Aufzugärger

Bahnhof Bergedorf: Zweiter Aufzug zum ZOB greifbar nah

Der Bergedofer Bahnhhof wird täglich von Zehntausenden Pendlern genutzt. Doch oft stehen Rolltreppen und Aufzüge still.

Der Bergedofer Bahnhhof wird täglich von Zehntausenden Pendlern genutzt. Doch oft stehen Rolltreppen und Aufzüge still.

Foto: Cédric Ketfi

Bergedorf. Die Bahn muss alle Lifte und Aufzüge in der Station bis 2019 auf mindestens 97 Prozent Zuverlässigkeit bringen.

Bergedorf.  . Vom kommenden Jahr an wird es teuer für die Bahn, wenn Aufzüge und Rolltreppen in ihren Hamburger Stationen zu häufig ausfallen. „Unterschreiten wir die Marke von 97 Prozent Betriebsfähigkeit, sieht der neue Verkehrsvertrag mit der Stadt Strafen vor“, bestätigte Bahnhofsmanagement-Chef Michael Dominidiato am Montag im Verkehrsausschuss der Bergedorfer Bezirksversammlung. Würden alle Anlagen über das Jahr mehr als drei Prozent Ausfallzeiten haben, kämen zwei Millionen Euro Strafe zusammen.

Lift zum ZOB steht zu oft über Tage still

Entsprechend intensiv wird bei der Bahn schon jetzt an beschleunigten Reparaturzeiten gearbeitet. Denn noch läuft längst nicht alles wie geschmiert, gab Dominidiato mit Blick auf Bergedorfs Bahnhof zu: „Hier macht uns besonders der Aufzug zum ZOB Sorgen. Er hat dieses Jahr seit Januar eine Ausfallquote von fast fünf Prozent, stand im August sogar fast eine Woche still.“ Im Vergleich zur fast 99-prozentigen Zuverlässigkeit der Lifte zu den Gleisen steche das Sorgenkind vom ZOB sogar so negativ heraus, dass es in höchsten Kreisen des Bahn-Konzerns Thema sei.

Zweiter Aufzug greifbar nah

Es könnte sogar gelingen, die hamburgweit erste Erweiterung einer Liftanlage durchzusetzen, sagte Dominidiato: „Ich glaube, Bergedorf ist dem baulich ja vorgesehenen zweiten Aufzug zum ZOB heute so nah wie noch nie.“

Auch ZOB-Rolltreppe ein Sorgenkind

Ebenfalls höchst unzuverlässig ist eine der beiden Rolltreppen zum ZOB. Sie fiel in diesem Jahr bereits mehr als einen Monat aus, während ihre Schwester eine über 99-prozentige Zuverlässigkeit hat. Auch die Rolltreppen vom Bergedorfer Bahnhofsfoyer hinauf zum Tunnel unter den Gleisen liegen laut Bahn-Statistik noch bei rund 97 Prozent Betriebszeiten.

Kontroll- und Service-Intervalle verbessert

Mit einem Komplett-Austausch ist hier allerdings nicht zu rechnen, erklärte der Bahnhofsmanagement-Chef. Vielmehr würden die Kontroll- und Service-Intervalle verbessert: „Als Infrastrukturbetreiber sind wir dazu verpflichtet, einmal pro Jahr jede unserer Anlagen einer Hauptuntersuchung und alle drei Monate einer Inspektion zu unterziehen. Zudem gibt es bei uns jetzt jede Woche eine Funktionsprüfung, und wir haben die DB-Sicherheits-Mitarbeiter angewiesen, bei jeder Ankunft in Bergedorf einmal die Rolltreppen und Aufzüge zu kontrollieren.“ Auch sei die Technik jetzt so geschaltet, dass jeder Ausfall automatisch an die Leitzentrale gemeldet werde: „Nur den Grund des Defekts können die Anlagen noch nicht durchgeben.“

Ziel der Bahn: Weniger als elf Tage Ausfallzeit im Jahr

Laut Michael Dominidiato ist für 2019 eine Betriebssicherheit der Lifte und Rolltreppen von 97 Prozent oder mehr erklärtes Ziel – also weniger als elf Tage Ausfallzeit. „Das gilt für Bergedorf genauso, wie für ganz Hamburg. Und da haben wir noch ganz andere Sorgenkinder. Etwa den Hauptbahnhof oder die Station Reeperbahn, wo vor allem Urin und Vandalismus der Technik erheblich zusetzen.“