Bergedorf.

„Energetische Sanierung“: Kaum mehr als heiße Luft

Bergedorf-Süd  Abschlussbericht macht Einzelprojekte zu Leuchttürmen

Bergedorf.  Sie wollten das Altbau-Quartier Bergedorf-Süd zur energetischen Vorzeige-Siedlung machen, die Häuser mit Erdwärme versorgen und möglichst viele Fassaden dämmen. Die Initiatoren des Energetischen Sanierungsmanagements Bergedorf-Süd waren sehr ambitioniert. Hamburgs Behörde für Umwelt und Energie (BUE) und der Bezirk Bergedorf hatten gleich drei Firmen beauftragt: „Metropol Grund“ (Architektur und Städtebau), „MegaWATT“ (Energieversorgung) und „konsalt“ (Kommunikation und Aktivierung) sollten im Frühjahr 2014 die Weichen stellen, damit der CO2-Ausstoß im Quartier bis zum Jahr 2033 um 50 Prozent, bis 2050 um 80 Prozent reduziert wird.

Wenige Monate später waren die Ziele für die meist denkmalgeschützten Häuser schon weniger hoch angesiedelt: ein Nahwärmenetz, bei dem mehrere größere und kleinere Blockheizkraftwerke jeweils bis zu 400 Wohnungen mit Wärme und mit Strom versorgen. Solarkollektoren auf den Dächern, die 20 Prozent des Strom- und ein Drittel des Wärmebedarfs decken.

Heute sind diese Träume geplatzt wie Seifenblasen. Noch immer werden in den rund 500 Häusern von Bergedorf-Süd knapp 90 Prozent der Wohnungen mit Gas-Einzelthermen beheizt, Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den Vertreter von konsalt und MegaWATT den Politikern im Umweltausschuss nach gut drei Jahren präsentierten. Von Metropol Grund war erst gar kein Vertreter gekommen.

Allen gut gemeinten Beratungsangeboten zum Trotz sei das Interesse der etwa 300 Einzeleigentümer im Quartier an energetischer Sanierung sehr gering gewesen, musste konsalt-Chefin Margit Bonacker einräumen. Sie führt dies auf zu geringe Förderanreize und vergleichsweise zu günstige Preise für herkömmliche fossile Brennstoffe zurück. So beschränkten sich zwei Dutzend „Einzelprojekte“ auf kleinteilige Maßnahmen – wie etwa die Umrüstung auf energiesparende Leuchtstoffröhren in Treppenhäusern.

Als „Leuchtturmprojekte“ bezeichnete Stephan Breker von MegaWATT (Berlin) zwei Erfolge in der Vierlandenstraße und Am Brink. Bei dem Neubau des seniorengerechten Mehrfamilienhauses sei es gelungen, den Bauträger Immac zur Errichtung eines Blockheizkraftwerkes zu bewegen. Und die Rudolf-Steiner-Schule ließ sich bei ihrer Innensanierung auf eine hochmoderne Heizanlage ein. Dagegen verliefen Gespräche mit dem Ramada-Hotel nach dem Wechsel zu „H4“ im Sande.