Falschparker

Bergedorf wird zu eng für die Feuerwehr

Wie hier bei einem Einsatz an der Wachsbleiche wird es in kleinen Straßen oft eng für die großen Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr.

Wie hier bei einem Einsatz an der Wachsbleiche wird es in kleinen Straßen oft eng für die großen Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr.

Foto: NEWS & ART

Bergedorf. Aktion soll Autofahrer sensibilisieren: Wo falsch geparkt wird, ist oft Endstation für die Fahrzeuge der Feuerwehr.

Bergedorf.  Mal kurz in der Feuerwehrzufahrt gehalten oder das Auto in der Kurve abgestellt: Zugeparkte Straßen und Rettungswege wachsen sich für Hamburgs Feuerwehren zum Problem aus. „Fast täglich“ passiere es im Bezirk, dass Fahrzeuge der Bergedorfer Berufsfeuerwehr irgendwo steckenbleiben, stellt der Leiter der Bergedorfer Berufsfeuerwehr, Thorsten Bellon, fest. Weil die Folgen langen Manövrierens dramatisch sein können, sollen die Autofahrer sensibilisiert werden: Polizei und Feuerwehr planen für heute Abend, 18 bis 20 Uhr, eine Gemeinschaftsaktion unter dem Motto „Freie Fahrt für die Feuerwehr“.

Zielzeit von acht Minuten wird längst nicht immer erreicht

Maximal acht Minuten soll es dauern, bis die Berufswehren im Notfall am Einsatzort sind – so hat es eine Arbeitsgruppe der Feuerwehr einst festgelegt. Doch diese Zielvorgabe wird längst nicht immer erreicht, wie Anfang 2018 eine CDU-Anfrage zeigte: So schafften das etwa die Harburger Retter nicht mal bei der Hälfte ihrer Einsätze (46,7 Prozent), die Altonaer bei 58,9 Prozent und die Bergedorfer bei 65,9 Prozent der Fahrten.

Ein Grund dafür sind die zugeparkten Straßen und Rettungswege. „Die Straßen sind teilweise sowieso schon eng, und wenn dann noch ein Auto in der Kurve parkt, wird es ganz schwierig“, stellt Feuerwehr-Pressesprecher Jan Ole Unger fest. Denn ein 2,50 Meter breites und zehn Meter langes Feuerwehrfahrzeug „hat einen sehr großen Wendekreis“, hier können schon die wenigen Zentimeter entscheidend sein, die ein Auto zu weit in eine Zufahrt hineinragt.

Selbst legal geparkte Autos können ein Problem sein

Im Bezirk Bergedorf gebe es viele problematische Ecken, stellt der hiesige Berufsfeuerwehrchef, Thorsten Bellon, fest: „Es gibt ja viele alte und schmale Straßenzüge, die ohnehin schon sehr schwierig sind.“ Jedes falsch geparkte Auto kann dort zur Endstation für die Retter werden. Und sogar rechtmäßig geparkte Wagen sind manchmal ein Hindernis: „Es gibt Stadtteile wie Neuallermöhe, die so geplant sind, dass der ruhende Verkehr der Verkehrsberuhigung dienen soll“, sagt Bellon. Das Problem mit geparkten Autos am Straßenrand: Eng wird es auch hier, wenn sich „beispielsweise zwei Linienbusse begegnen oder ein Anlieferer dort hält“. Es ist auch eine Forderung an die Stadtplaner, bei neuen Bauvorhaben die Belange der Feuerwehr nicht zu vergessen: „Bei Oberbillwerder könnte man etwas anders machen“, sagt Bellon.

Die heutige Aktion soll Autofahrer mit einer Testfahrt auf das Parkproblem aufmerksam machen: Die Drehleiter wird, unterstützt von der Polizei, auf verschiedenen Straßen unterwegs sein, für rücksichtsvolles Parken werben. Zudem werden Flyer verteilt.