Bergedorf.

„Knack den Krebs“ beim Altstadtfest

Hafenmeile wird zur Charity-Party gegen Kinderkrebs

Bergedorf.  Dass die Hafenmeile jetzt Altstadtfest heißt und vom 20. bis 22. Juli rund um den Schlossteich gefeiert wird – daran kann man sich gewöhnen. Aber schwer zu ertragen ist, dass der Mann, der seit Jahrzehnten die Musiker und Künstler beim Bergedorfer Stadtfest betreut hat, mit nur 62 Jahren gestorben ist: Schlagzeuger Jens Krause erlag am Himmelfahrtstag dem Krebs.

„Und da er sich eine fröhliche Trauerfeier gewünscht hat, wollen wir drei Tage lang Party machen und für die Kinderkrebshilfe der Eppendorfer Uni-Klinik Spenden sammeln“, sagt Organisator Thomas Kock, der viele Buttons mit der Aufschrift „Knack den Krebs“ verteilen will.

Zahlreiche Musiker meldeten sich bei ihm und wollen – ohne Gagen – ein großes Abschlusskonzert auf der Bühne im Schlosspark geben. Die Auftritte der Hamburg All Stars plant Olav Kluge mit seiner Fünf-Mann-Band Olli B Goode, die als Star-Gast den englischen Sänger Geff Harrison mitbringen will. „Jens war der Booker, die ganze Hamburger Musikerszene kannte ihn“, erinnert er einen freundschaftlichen Begleiter.

Für den 22. Juli haben sich zwischen 15 und 21 Uhr der Swing-Musiker Antony Bauer Junior und die Hamburger Schlagersängerin Nina angekündigt, Zudem geben Foxi B. Oldies und Rocksongs zum Besten, kommen Schlagersänger Thorsten Kremer und Partymusiker Pascal Krieger, sind die Crazy Crackers und Pete Mosh von Maggers United ebenso angefragt wie der Saxofonist Kurt Buschmann. Zum Auftakt wird Gitarrist Sebastian Falk (Falko Trio) auf der Bühne stehen, der seit Jahren die Musiktherapie im UKE unterstützt.

„Musik hilft, wenn Worte nicht mehr ausreichen, um Gefühle wie Angst, Trauer und Wut auszudrücken“, sagt Tina Winter vom 1975 gegründeten Verein „Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg“. Sie hilft mit Musik- und Kunsttherapien, zahlt auch mal eine zusätzliche Pflegestelle oder eine halbe Stelle im Sekretariat. Sie hilft jährlich etwa 50 Familien, die in finanzielle Not geraten, weil etwa die Eltern krebskranker Kinder nicht mehr arbeiten können oder wollen. Seit 2016 wird zudem ein Forschungsinstitut unterstützt, das die Grundlagen der Krebsentstehung erforscht, um Prävention, Diagnose und Therapieansätze zu verbessern.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 2000 Kinder an Krebs, davon 140 in Hamburg und Umgebung. Am UKE werden jedes Jahr etwa 600 Kinder behandelt. Tina Winter: „Dank verbesserter Behandlungsmöglichkeiten können heute circa 80 Prozent der Kinder geheilt werden.“