Neuer Mordprozess

Staatsanwalt fordert wieder lebenslänglich

Neuallermöhe.  Im erneuten Prozess um die tödlichen Schüsse auf einen Radfahrer in Neuallermöhe fordert die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten Alexander R.: Der damals 34-Jährige hatte am 5. Juni 2016 seinen Ex-Schwager Konstantin S. (28), der auf dem Fahrrad vom Baden kam, mit zehn Pistolenschüssen erschossen.

Eine andere Strafkammer am Landgericht hatte den Angeklagten im Februar 2017 wegen Totschlags und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu zwölf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der 36-Jährige habe seinen Ex-Schwager „quasi hingerichtet“, hatte die Vorsitzende Richterin damals gesagt. Es sei aber kein Mord gewesen. Das Opfer sei nicht arglos gewesen, weil der Angeklagte dem 28-Jährigen vorher die Pistole im Hosenbund gezeigt habe. Vorangegangen waren monatelange familiäre Auseinandersetzungen, in deren Verlauf das Opfer seine Ex-Frau und Schwester des Täters bedroht und geschlagen hatte.

Gegen das erste Urteil hatten Staatsanwaltschaft und Nebenkläger erfolgreich Revision eingelegt. Die Verteidigung soll am Mittwoch, 27. Juni, ihr Plädoyer halten, das Urteil könnte am 4. Juli verkündet werden.