Bergedorf.

Tempo 30 vor Kitas nur auf Nebenstraßen

Hamburg-Richtlinie setzt Grenzen für Bergedorfs Wünsche

Bergedorf.  Kinder und Eltern mehrerer Kitas im Raum Bergedorf werden noch einige Zeit auf Tempo 30 auf Straße vor den Einrichtungen warten müssen – wenn es überhaupt kommt. Das geht aus einer Mitteilung der Innenbehörde an die Bezirksversammlung hervor.

Gut Ding will Weile haben: Bereits im Juni 2017 hatte die Bezirksversammlung beschlossen, sich für Tempo 30-Regelungen im Bereich aller Kindertagesstätten, Schulen und Pflegeeinrichtungen im Bezirk einzusetzen. Eine bundesweite Änderung der Straßenverkehrsordnung vom November 2016 ermöglicht dies grundsätzlich. Die Hamburger Richtlinien zur Umsetzung dieser Novelle – in Kraft seit gut vier Wochen – knüpft die Tempo-30-Option vor Kitas, Schulen, Altenheimen sowie Krankenhäusern aber an mehrere Bedingungen.

So soll vor den Einrichtungen, wenn sie an mehrspurigen Straßen liegen, kein Tempo 30 gelten. Begründung: Tempo-30-Strecken bei mehrspuriger Verkehrsführung lassen befürchten, dass eine Verkehrsverlagerung auf Wohnnebenstraßen erfolgt. Zudem seien bei solchen Hauptstraßen im Regelfall andere bauliche und technische Sicherungen wie Ampeln vorhanden.

Außerdem soll auf Tempo 30 möglichst verzichtet werden, wenn es auf der Straße Busverkehr mit Taktzeiten von zehn Minuten oder weniger in einer Richtung gibt. Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr hat dann in Hamburg Vorrang vor Tempo 30. Dritte Bedingung ist, dass die betreffende Einrichtung einen direkten Zugang zur Straße hat.

Die Innenbehörde überprüft nun mit diesen Kriterien diverse Kitas im Bezirk, an denen noch kein Tempo 30 gilt: Sportini am Billwerder Billdeich, Waldorf-Kindergarten an der Brookkehre, Schmusebacke am Curslacker Heerweg, Kinderhaus Elversweg, Elbstrolche am Gammer Weg, Elkes Sieben Zwerge und St. Severini am Kirchenheerweg, Kitas Kraueler Hauptdeich und Kurt-Adams-Platz sowie St. Severini Fünfhausen am Lauweg. Außerdem das Bethesda-Krankenhaus am Glindersweg, die Tagespflege Vierlanden am Heinrich-Stubbe-Weg – und die Praxisklinik Lohbrügge an der Alten Holstenstraße (Fußgängerzone).