Lohbrügge/Yaoundé

Heribert Krönker auf dem „Berg der Götter“

Öko-Tourismus Grünen-Politiker besucht einen befreundeten Holzwirt im westafrikanischen Kamerun

Lohbrügge/Yaoundé.  Schon in ihrer Studentengemeinde wurde heftig diskutiert, setzten sie sich für Frieden ein und wollten natürlich die Welt verbessern. Während der eine Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche in Boberg wurde, sich zudem politisch für grüne Themen in Bergedorf einsetzt, ging der andere nach seinem Lohbrügger Studium zum Diplomholzwirt in die Entwicklungsarbeit. Nach Stationen in Äquatorial Guinea und Gabun arbeitet Frank Stenmanns seit inzwischen zwölf Jahren im westafrikanischen Kamerun. Dort wurde er jetzt von seinem alten Freund Heribert Krönker besucht.

„Die vielen grünen Ideen, die nachhaltige Waldnutzung, die Gedanken zu Ökologie und das solidarische Miteinander haben mich tief berührt“, berichtet Krönker, nachdem er erfahren hat, wie im Nationalpark Mount Kamerun der Öko-Tourismus vorangetrieben wird: Als Projektleiter für die Hamburger Firma GFA Consulting Group koordiniert Frank Stenmanns die Arbeit zwischen dem Forstministerium Kamerun und der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ).

Im Vordergrund steht die Einbeziehung der Einheimischen mit der Perspektive auf neue Arbeitsplätze. Der 4095 Meter hohe Berg, den die Kameruner auch „Berg der Götter“ nennen, ist inzwischen zum Trekkingziel geworden, nachdem aus dem Holz heimischer Wälder drei Lodges gebaut wurden. Wer früher als Jäger lebte, wurde – nachdem das Vertrauen der Dorfältesten gewonnen war – zum Eckoguide, zum Fremdenführer ausgebildet, zum Nationalparkranger oder zum Mitarbeiter im Trekkingbüro.

Dazu gehört auch „Mister Hans“, ein ehemaliger Elefantenjäger, so Krönker: „Er hat uns viele Geheimnisse von Flora und Fauna verraten, auch die Mythen des Berges erklärt, er ist voller Stolz in das Projekt eingestiegen.“

Durch Bergregenwald und Savanne, Lava und Vulkangestein ging es auf Trekkingtour. Zudem wurden eine Gärtnerei und eine Schneiderei besucht, gab es Gespräche in der Botschaft und mit einem deutschen Seemanns-Seelsorger. Die Geschichte von Abhängigkeit, Ausbeutung und Sklaverei kam ebenso zur Sprache wie aktuelle Spannungen zwischen Agonie und Hoffnung.

Auch Natur-Liebhaber sollten aufpassen, das Auswärtige Amt warnt vor bewaffneten Rebellen in den Grenzgebieten: „Aufgrund eines erhöhten Anschlags- und Entführungsrisikos für Staatsangehörige westlicher Staaten wird bis auf weiteres von Reisen in entlegene Gebiete Kameruns eindringlich abgeraten.“