Bergedorf.

Postfach wird zum Bermuda-Dreieck

Nachsendung geht nach Kündigung völlig schief – Jürgen Wüllenwebers Briefe verschwinden seit Wochen

Bergedorf.  Mehr als 25 Jahre lang hatte Jürgen Wüllenweber (79) im früheren Postgebäude an der Bergedorfer Straße ein Postfach gemietet. Als Wochen vor dem Abriss die Postfach-Anlage an den Weidenbaumsweg umzog, kündigte Wüllenweber sein Postfach: „Der Weg von meiner Wohnung am Mohnhof war mir zu weit geworden, zudem hatte die Post die Gebühren erhöht.“

Am 8. Januar 2018 erhielt er die Kündigungsbestätigung, wirksam zum 23. Januar, von der Post. Sie enthielt den Hinweis, die Sendungen würden in den folgenden drei Monaten an seine Hausadresse am Mohnhof 19 umgeleitet. Für die Zeit danach empfahl das Unternehmen, einen Nachsendeauftrag zu erteilen.

„Als bis zum 6. Februar keinerlei Geschäftspost bei mir eintraf, rief ich die Hotline in Bonn an“, schildert der selbstständige Im- und Exportkaufmann, der bis dahin nahezu täglich Briefe an seine Firma „Schwarz & Schott e.K.“ aus dem Postfach gefischt hatte. „Dort versprach man mir Nachforschung.“ Doch Jürgen Wüllenweber hat bis heute nicht einen einzigen ans Postfach gerichteten und nachgesendeten Brief erhalten. „Ich habe inzwischen mehr als ein Dutzend Mal bei der Hotline angerufen, immer mit der Antwort, man wolle sich um die Sache kümmern“, ärgert sich der Kaufmann. „Ich habe auch drei Faxe gesendet, aber die wurden nicht beantwortet.“

Stattdessen klappt es nun auch mit seiner privaten Post nicht mehr so recht, die von Absendern direkt an die Hausadresse Mohnhof 19 gerichtet ist. Vergangene Woche rief der ADAC an, fragte nach, weil ein Brief dorthin zurückgekommen war. Und auf bereits bezahlte Theaterkarten wartet Wüllenweber ebenfalls vergeblich – die Vorstellung ist längst gelaufen.

Auch Anfragen der Redaktion hat die Post Mittwoch und Donnerstag nicht beantwortet.