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Blitzeis: Unfälle und Stürze am laufenden Band

Blitzeis hat gestern früh in Hamburg und Bergedorf vielerorts zu Stürzen geführt.

Blitzeis hat gestern früh in Hamburg und Bergedorf vielerorts zu Stürzen geführt.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Bergedorf. Der nächtliche Regen wurde sofort zu Eis – mit schwerwiegenden Folgen: Mehr als 200 Unfälle und Hunderte von Stürzen.

Blitzeis und überfrierender Regen haben in den frühen Morgenstunden für Verkehrschaos in ganz Hamburg gesorgt. Gegen 3 Uhr morgens begann der Regen, der bei Bodentemperaturen unter dem Gefrierpunkt sofort auf den Belägen fror. Hamburgweit gab es laut Polizei bis um 7 Uhr morgens mehr als 200 Glatteis-Unfälle - trotz massiven Einsatzes der Stadtreinigung, deren Winterdienst seit 2 Uhr mit 900 Einsatzkräften und 350 Fahrzeugen unterwegs war, um die Fahrbahnen wichtiger Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinien mit Feuchtsalz zu streuen. Von 5 Uhr an sicherten weitere 800 Einsatzkräfte Überwege in Kreuzungsbereichen, Zebrastreifen, verkehrswichtige Gehwege ohne Anlieger und zahlreiche Radwege mit abstumpfenden Streumitteln.

Stürze auf eisglatten Gehwegen

Laut Hamburgs Feuerwehr gab es in der „Eislandschaft“ zahlreiche Stürze, insbesondere von Fußgängern und Radfahrern. In der Zeit von 6 bis 09.15 Uhr zählte die Feuerwehr insgesamt 89 wetterbedingte Rettungsdiensteinsätze – im Wesentlichen Stürze auf Gehwegen, die Knochenbrüche, Platzwunden und Prellungen zur Folge hatten. Schwere Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen oder mehreren Verletzten waren nicht zu verzeichnen. Um die hohe Zahl von 135 Notrufen pro Stunde abarbeiten zu können, wurde die Rettungsleitstelle mit zwei zusätzlichen Disponenten verstärkt. Ebenso wurden drei Rettungswagen zusätzlich besetzt.

Chaos im Bergedorfer Villengebiet

In Bergedorf und im Landgebiet zählte die Polizei zwischen 5.30 und 7.30 Uhr rund 20 Unfälle. „Insbesondere auf den Kopfsteinpflasterstraßen im Villengebiet herrschte Chaos“, berichtet ein Bergedorfer Polizeibeamter. In der Töpfertwiete in Bergedorf-Süd kam sogar ein Streifenwagen nicht zu einem Unfall, weil die Autos auf dem spiegelglatten Kopfsteinpflaster nicht vorankamen.

Zeitungszusteller mit großen Problemen

Auch zahlreiche Zusteller der Bergedorfer Zeitung hatten gestern in den frühen Morgenstunden auf den Eisflächen Schwierigkeiten, voranzukommen. Mehre Zusteller stürzten und verletzten sich, Touren mussten abgebrochen werden. Viele Leser erhielten ihre Zeitung daher später als gewohnt, manche gar nicht. Wir bitten um Verständnis.