Bergedorf

„Das ist doch eine Farce“

LiLaBe Veranstalter Böhrs hält Gründe für Absage der HAW für vorgeschoben

Bergedorf. . Das legendäre Party-Event Bergedorfs steigt am 23. und 24. Februar zum ersten Mal seit 42 Jahren nicht an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), sondern am Hühnerposten in der City. Zwar laufen die Vorbereitungen für LiLaBe dort auf Hochtouren, der Ärger über den Rausschmiss seitens der HAW ist aber noch längst nicht verflogen: „Ich habe viele Fotos von Studenten zugeschickt bekommen, die zeigen, dass die Halle genauso leer ist, wie in den vergangenen Jahren, wenn wir mit dem Aufbau angefangen haben“, sagt Veranstalter Hans-Heinrich Böhrs. Er hat die Aufnahmen seinen Anwälten gegeben, die sie an das Oberverwaltungsgericht weitergeleitet haben.

Die HAW hatte ihre Räume für die bekannte Kostümparty in diesem Jahr nicht mehr an Böhrs und sein Team vermietet. Begründet wurde das mit der steigenden Zahl an Studenten, für die auf den Flächen Lerninseln zur Verfügung stehen müssen. „Das ist doch eine Farce. Auf den Fotos sieht man jetzt leere Flächen und einsame Tische und Stühle“, sagt Böhrs. Die Argumentation der HAW hält er für „an den Haaren herbeigezogen“.

Schon immer habe die Party in den Semesterferien stattgefunden, um den normalen Lehrbetrieb nicht zu sehr zu stören. Für diejenigen Studenten, die auch in dieser Zeit an der Hochschule arbeiten möchten, habe es Platz in den kleinen Hörsälen gegeben.

Vielmehr glaubt Böhrs, dass die HAW ihn und seine Großveranstaltung einfach loswerden wollte. Dazu habe die Hochschule einiges versucht. Unter anderem sei die Miete immer weiter angehoben worden, zuletzt bis auf 60 000 Euro. Damit sei sie fast doppelt so hoch gewesen, wie in den Jahren zuvor.

Mit seinen Klagen war Böhrs jedoch erfolglos und hatte sich schließlich auf die Suche nach einer Alternative gemacht. „Der Vorverkauf für den Hühnerposten läuft sehr gut. Es gibt nur noch wenige Karten. Aber die Party hat ja auch andere Dimensionen und wird deutlich kleiner.“ Statt der bis zu 15 000 Faschingsfans passen dort an den zwei Tagen nur noch 4000 hinein.

Trotz all dem Ärger kann Böhrs dem Umzug der „schärfsten und wildesten Kostümparty“ (Eigenwerbung) auch ein wenig Positives abgewinnen: „Dort haben wir eine feste Location“, so Böhrs. Themen wie Sanitäranlagen oder GEMA-Gebühren sind leichter zu regeln, Aufwand und Kosten insgesamt geringer. Mit Bergedorf abgeschlossen hat der 78-Jährige aber noch nicht: „Es ist tragisch: Wir hatten schon eine Genehmigung für LiLaBe bis in das Jahr 2020.“ Das allein hilft ihm aber nicht: ohne Mietvertrag keine Party.