Leichtathletik-Anlagen

Stadion Sander Tannen wird zur Dauerbaustelle

Das Stadion Sander Tannen: Neben den Fußballern machen hier auch die Schüler der Statteilschule Bergedorf Sport.

Das Stadion Sander Tannen: Neben den Fußballern machen hier auch die Schüler der Statteilschule Bergedorf Sport.

Foto: bode / Bode

Lohbrügge. Die Hälfte der benötigten 376.000 Euro fehlen. Schulbehörde mauert.

Lohbrügge.  . Die Leichtathletik-Anlagen im Stadion Sander Tannen drohen zum dauerhaften Sanierungsfall zu werden. Mit großer Verärgerung nahm der Sport- und Bildungsausschuss der Bezirksversammlung jetzt die kategorische Weigerung der Schulbehörde zur Kenntnis, sich an den 376.000 Euro teuren Maßnahmen zu beteiligen.

„Wir müssten die Anlage für den Schulsport sperren“

„Als Konsequenz müssten wir die Anlage für die Stadtteilschule Bergedorf sperren“, ärgerte sich Ausschuss-Chef Lars Dietrich (CDU). „Deren 1800 Schüler sind die einzigen Nutzer des Leichtathletik-Bereichs im Stadion.“

Nur 200.000 Euro liegen für die Sanierung bereit

Tatsächlich könnten die Stadtteilschüler Leidtragende einer behördeninternen Regelung werden. Denn das Stadion Sander Tannen, das auch die Fußballer von ASV und FC Bergedorf 85 nutzen, gilt als bezirkliche Sportstätte. Also ist für die Instandhaltung ausschließlich das bezirkliche Sportstätten-Management zuständig. Das hat für die Sanierung aber nur 200.000 Euro bewilligt – und die fließen auch nur dann, wenn noch in diesem Jahr wirklich mit den Arbeiten begonnen wird.

Schulbehörde besteht auf kostenfreie Mitnutzung

Eine Zwickmühle, der die Bezirksversammlung im Juni mit dem einstimmigen Beschluss zu entgehen versuchte, Hamburgs Schulbehörde um die Übernahme der fehlenden 176.000 Euro zu bitten. Doch die kontert mit dem Hinweis, dass sie „keine investiven Mittel für die Sanierung von nicht schulischen Grundstücken zur Verfügung habe“ – und stellte klar: „Die Mitnutzung bezirklicher Sportstätten durch Schulen basiert auf der gemeinsamen Vereinbarung, dass der Vereinssport im Gegenzug auch Schulsporthallen kostenfrei nutzen darf.“

Sanierung soll eingeschränkt beginnen

„Eine sehr freche Antwort“, urteilte Michael Mirbach (Linke). Und Heribert Krönker (Grüne) zeigte sich enttäuscht, dass Formalien höher wiegen, als die Nutzbarkeit von Sportstätten. Damit die Sanierungsarbeiten, zu denen auch die Traversen des Fußballstadions gehören, trotzdem schon startet, soll der Bezirk die Arbeiten nun so aufsplitten, dass die vorhandenen 200.000 Euro schnell verbaut werden.

Politiker setzen auf das Prinzip Hoffnung

Für den Rest setzen die Politiker auf das Prinzip Hoffnung: Bergedorfs Verwaltung soll auf das im Bezirk Mitte angesiedelte bezirkliche Sportstätten-Management einwirken, die fehlenden 176 000 Euro mit einem Prioritätsvermerk zu versehen. „Die betreuen Sportstätten in sieben Bezirken. Da wird es doch sicher Rückflüsse aus anderen Sanierungsprojekten geben“, sagt Lars Dietrich. „Das Stadion Sander Tannen braucht das Geld jetzt ganz dringend.“