Bergedorf.

3,15 Millionen Euro für die Sternwarte

Senat gibt Geld frei Sanierung des Großen Refraktors soll noch dieses Jahr beginnen

Bergedorf.  Es war eine schwierige Geburt, das Thema hat über Jahre Kulturpolitiker und Haushälter in Bergedorf, Hamburg und Berlin beschäftigt. Nachdem der Bund bereits 1,975 Millionen Euro bereitgestellt hatte, ist die Kuh jetzt vom Eis: Gestern hat der Hamburger Senat weitere 1,175 Millionen Euro für die Bergedorfer Sternwarte freigegeben. Damit kann die dringend notwendige Sanierung des Großen Refraktors voraussichtlich noch dieses Jahr beginnen.

Hamburg ist damit dem Drängen Bergedorfs und Berlins gefolgt. Im Bezirk hat seit Jahren ein breites Bündnis für den Erhalt der Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Gojenberg errichteten Anlage gekämpft. Senat und Haushälter der Hansestadt zeigten sich dagegen lange Zeit zurückhaltend: Gelten doch Sanierung und dauerhafter Erhalt des riesigen Linsenteleskops (9 Meter Brennweite, 60 Zentimeter Linsendurchmesser) als eine Voraussetzung für die Anmeldung der gesamten Sternwarte zum Unesco Weltkulturerbe.

Nachdem Hamburg dem jüdischen Friedhof Altona und zuvor der Speicherstadt den Vorzug gegeben hatte, „drohen“ mit Anerkennung der weltweit ältesten, noch genutzten Sternwarte weitere Ausgaben in Millionenhöhe.

Das Bündnis pro Sternwarte ist jedoch parteiübergreifend – an Bille, Elbe und Spree. So hat Hamburgs Bürgerschaft im Frühjahr mit deutlicher Mehrheit den Senat aufgefordert, endlich die Ko-Finanzierung freizugeben. „Das ist nicht so extrem zeitnah, wenn man bedenkt, dass der Bund die ersten Mittel 2013 bewilligt hat“, sagt Dennis Gladiator.

Wie der Bergedorfer CDU-Bürgerschaftsabgeordnete ist auch SPD-Pendant Dr. Christel Oldenburg froh, dass der Senat endlich entschieden hat. „Das war der letztmögliche Termin, um zu verhindern, dass ein Teil der Bundesmittel zum Jahresende verfällt“, sagt die Kulturpolitikerin. Nach Ausschreibung der notwendigen Sanierungsarbeiten sollen erste noch 2017 beginnen.

Tatsächlich wären 400 000 Euro aus Berlin zum Jahresende verfallen, bestätigt Metin Hakverdi, SPD-Bundestagsabgeordneter für Bergedorf, mit Blick auf die bereits 2013 bewilligte Summe aus dem Denkmalschutzprogramm. Der vormalige Bürgerschaftsabgeordnete und Haushaltsexperte wirbt seit Jahren um das Projekt Sternwarte: „Dass es so kurz vor der Bundestagswahl, vor der letzten Sitzung vor der Sommerpause jetzt auf dem Weg ist, ist ein toller Erfolg.“

Außer vielen engagierten Bergedorfern haben auch Bundes- und Landespolitiker geholfen: Hakverdi dankt ausdrücklich den Haushältern Johannes Kahrs (SPD), Rüdiger Kruse (CDU) sowie Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne).

Für Hakverdi ist die aktuelle Entscheidung ein weiterer wichtiger Schritt: „Die Sternwarte soll Unesco Weltkulturerbe werden, dafür werde ich mich weiter stark machen.“