Bergedorf

Er bringt den Krimi nach Bergedorf

Henri Pose veröffentlicht ersten Roman

Bergedorf. . Er opfert seinen Schlaf, um später andere um denselben zu bringen. Ein- bis zweimal in der Woche steht Henri Pose um 3 Uhr morgens auf und geht seinem liebsten Hobby nach: der Schriftstellerei. Manchmal legt der 21-Jährige sogar eine Nachtschicht am Wochenende ein, verzichtet darauf, Freunde zu treffen. Weil er gern und auch erfolgreich schreibt.

Den 14. Oktober 2016 wird der Bergedorfer nie vergessen. Dies war der Erscheinungstag seines 289 Seiten umfassenden Krimis „Der letzte Schwan“ beim renommierten Ullstein-Verlag. Der Roman ist derzeit noch ausschließlich als E-Book bei Midnight, der Ullstein-Digitalsparte, erhältlich. „Es gibt aber die Möglichkeit, später in Druck zu gehen“, sagt Pose. Wenn das Buch gut ankommt.

Ein Lohn für viele Stunden Recherche, verworfene Gedanken, gelöschte Sätze. Für mehr oder minder erquickliche Nächte: „In einer guten Nacht schaffe ich bis zu zehn Seiten. Wenn’s nicht läuft, manchmal nur eine halbe.“

Macht nichts, Henri: Den jungen Mann, der hauptberuflich Versicherungskaufmann ist, macht es stolz, dass seine Werke wahrgenommen werden. Ja, genau, seine Werke: Denn Pose hat bereits 2013 „Eridanos“ herausgebracht – damals noch in Eigenregie.

Ein Erstling, der sicher nicht den Massengeschmack bediente. „Eine postmoderne Novelle mit viel Symbolik“, sagt Pose. Trotzdem erhielt sein Premierenbuch mit Verzögerung genug Aufmerksamkeit über den Blogger Rainer-Andreas Seemann, der „Eridanos“ gut rezensierte, was sehr vielen Seitenbesuchern auffiel. „Dadurch gab es mehr Verkäufe, was mich gefreut hat.“ Pose fasste nun Mut, sich bei allen großen Verlagen zu bewerben – Ullstein schlug zu.

„Eridanos“ und „Der letzte Schwan“ haben eine Gemeinsamkeit: Die Krimihandlung spielt in Hamburg. Und beim jüngsten Werk, in dem ein Privatdetektiv eine verschwundene Frau sucht, gibt es genug Handlungsorte aus dem Heimatgebiet. „70 Prozent der Szenen spielen hier, etwa am S-Bahnhof Nettelnburg oder auf dem Frascatiplatz“, verrät der Schriftsteller. Krimis in Hamburg und in Bergedorf – so funktionieren Poses Bücher: „Ich möchte über etwas schreiben, was ich kenne.“

Und Pose wird sich weiter die Nächte um die Ohren hauen: Der Nachwuchs-Schriftsteller arbeitet am nächsten Krimi, der wahrscheinlich im Frühjahr 2017 erscheint und an den „letzten Schwan“ anknüpft – damit er Bergedorfer und andere Leseratten um den Schlaf bringt.