Lohbrügge

Noch mehr Fragen zur Holzwirtschaft

Uni-Präsident erstaunt Thünen-Institut

Lohbrügge.  Die Meldung vom Mittwochabend, dass die Professoren des Zentrums Holzwirtschaft mit der MIN-Fakultät (Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften) eine Arbeitsgruppe gründen und am Erhalt ihres Instituts arbeiten wollen (wir berichteten), ist zunächst positiv. Einige Fragen – vor allem nach der Finanzierung – sind aber auch jetzt noch offen.

Für Verwirrung sorgte vor allem dieser Satz in der Uni-Pressemitteilung: „Der Präsident wird seine Erwartung an den Bund richten, zur Fortführung des Studiengangs die ursprünglich übliche Mitfinanzierung (Personal, Mieterlass, Bereitstellung von Lehrstunden durch das Personal des Thünen-Instituts) wieder aufzunehmen und einen entsprechenden Kooperationsvertrag abzuschließen.“ Für Außenstehende wirkt das, als habe sich der Bund zurückgezogen.

Das Thünen-Institut gehört zum Bundeslandwirtschaftsministerium und ist Vermieter des Zentrums Holzwirtschaft an der Leuschnerstraße. Thünen-Sprecher Dr. Michael Welling zeigte sich am Donnerstag verwundert: „Der Kooperationsvertrag mit der Universität Hamburg besteht nach wie vor fort.“ Zwar gebe es seit zwei Jahren Gespräche. Hintergrund sei, dass der 50 Jahre alte Gebäudekomplex der Holzchemie durch einen neuen ersetzt werden soll. Bei den Gesprächen sei auch der angepeilte Mieterlass für die Universität ein Thema. Dr. Welling: „Wir wollen den Vertrag in einen besseren wandeln und stehen zu dieser Kooperation.“

Zudem arbeitet das Institut gemeinsam mit der Uni am Berufungsverfahren für den Institutsleiter in Lohbrügge. Dieser Posten soll wieder von einem Professor besetzt werden, der Seminare und Vorlesungen für die Holzwirtschaft-Studenten geben wird und vom Bund bezahlt wird, wie weitere Forscher auch. Auf diese Weise spart Hamburg Geld. Die nächsten Gespräche zu diesem Thema sind für Anfang März geplant.

Gleichzeitig brachte die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft einen Antrag zur Rettung des Studiengangs Holzwirtschaft ein. Sie fordert den Senat auf, ein langfristiges Finanzkonzept zum Fortbestand zu erstellen und bis zum 30. September zu berichten. Der Bergedorfer Abgeordnete Dennis Gladiator sieht nicht nur Bund und Firmen, sondern auch Hamburg in der Pflicht: „Ich erwarte von allen, die sich öffentlich äußern, dass sie sich auch konkret dafür einsetzen.“