Studiengang

Holzwirtschaft: Bund und Firmen sollen zahlen

Ortstermin: Die Bürgerschaftsabgeordnete Carola Timm (Grüne) und Gerhard Lein (SPD, vorne) mit den Studenten um die Fachschaftsmitglieder Arne Fey (li.) und Malte Krafft.

Ortstermin: Die Bürgerschaftsabgeordnete Carola Timm (Grüne) und Gerhard Lein (SPD, vorne) mit den Studenten um die Fachschaftsmitglieder Arne Fey (li.) und Malte Krafft.

Foto: Gerrit Pfennig

Lohbrügge. Kommt die Rettung für das Zentrum Holzwirtschaft? Ein erster Ansatz liegt jetzt auf dem Tisch.

Lohbrügge.  Rund 50 Firmen, Verbände und sogar der Bioökonomie-Sektor der EU-Kommission protestierten in Briefen an Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) gegen die drohende Schließung des Zentrums Holzwirtschaft an der Leuschnerstraße (wir berichteten). Mehr als 22 000 Menschen (Stand Mittwoch, 18.30 Uhr) unterzeichneten zudem eine Online-Petition auf change.org/holzwirtschaft. Und diese Protestwelle zeigte offenbar Wirkung: Prof. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, setzte sich am Mittwochnachmittag mit den Holzwirtschaft-Professoren zusammen.

Konzept zum Erhalt des Studiums

Ergebnis der Sitzung: Die Professoren werden eine Arbeitsgruppe mit dem Dekanat der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) gründen. Weil die MIN 1,5 Millionen Euro sparen soll, kam es überhaupt zu den Überlegungen, die Holzwirtschaft zu streichen. Die Beteiligten wollen ein gemeinsames Konzept zum Erhalt des Studiums entwickeln, das bis zum nächsten Struktur- und Entwicklungsplan der Uni im Jahr 2018 greifen soll.

Zudem wollen die Wissenschaftler von Privatunternehmen Mittel einwerben. Der Uni-Präsident fordert den Bund auf, dessen Thünen-Institut eng an der Leuschnerstraße mit den Holzwirten kooperiert, die „übliche Mitfinanzierung“ wieder aufzunehmen, Lehrstunden und Personal bereitzustellen sowie einen Mieterlass für den Standort zu gewähren. Kurios: Nach Angaben der Holzwirtschaft-Professoren warb das Zentrum zwischen 2010 und 2015 Drittmittel in Höhe von 7,7 Millionen Euro ein. Anscheinend reicht dieser Betrag nicht.

Uni-Präsident fordert Senat zum Handeln auf

Uni-Präsident Lenzen zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden. Er richtete gleichzeitig ein Gesuch an den Senat: „Es ist hilfreich, wenn nun das Land uns bei den Verhandlungen mit dem Bund über einen substanziellen Beitrag zur künftigen Sicherung des Studiengangs unterstützt.“

Bereits am Mittwochmorgen hatten sich die beiden Bergedorfer Bürgerschaftsabgeordneten Carola Timm (Grüne) und Gerhard Lein (SPD) mit Studenten sowie Wissenschaftlern des Zentrums Holzwirtschaft und des Thünen-Instituts ausgetauscht. Sie beide hoffen auf den Erhalt des Standorts in Lohbrügge, betonten jedoch, dass sie aus Gründen der Hochschulautonomie keinen direkten Einfluss nehmen könnten.

Bei den Studenten kam der Besuch dennoch gut an. „Wir freuen uns, dass wir gehört werden. Das ist Motivation für uns, weiter zu machen“, sagte Malte Krafft vom Fachschaftsrat. Den Studenten gehe es nicht um persönliche Interessen, sondern darum, den Studiengang zu erhalten. „Die Lehre zwischen Ökonomie und Naturwissenschaften, die wir hier erhalten, ist einzigartig“, betonte der Kommilitone Arne Fey.