Flüchtlingsunterkunft

Gewaltsame Ausschreitungen auf Baumarkt-Gelände

Aggressive Stimmung: Auf dem Baumarkt-Parkplatz standen sich rund 40 Flüchtlinge gegenüber. Security-Mitarbeiter und Polizisten trennten sie.

Aggressive Stimmung: Auf dem Baumarkt-Parkplatz standen sich rund 40 Flüchtlinge gegenüber. Security-Mitarbeiter und Polizisten trennten sie.

Foto: Privat / BGZ

Bergedorf. Schlägereien in der Notunterkunft an der Kurt-A.-Körber-Chaussee: Es kam innerhalb von Stunden zu zwei Großeinsätzen.

Bergedorf.  Binnen zwölf Stunden ist es in der Notunterkunft im Ex-Baumarkt zu zwei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Flüchtlingen gekommen. Die Polizei rückte jeweils mit einem Großaufgebot aus, mindestens eine Person wurde verletzt.

Zuerst kochte die Stimmung am späten Dienstagabend hoch. Um 23.17 Uhr gerieten mehrere afrikanische Flüchtlinge in Streit. Der Grund: Eine Person vermisste ihr Portemonnaie. Es kam zur Schlägerei. Security-Mitarbeiter verständigten die Polizei. Die Beamte schlichteten die Situation.

Waren Flüchtlinge bewaffnet?

„Angeblich hatten sich die Bewohner mit Eisenstangen bewaffnet, vor Ort war jedoch nichts dergleichen zu finden“, so Polizeisprecherin Tanja von der Ahé. Ein 22-Jähriger sei mit leichten Gesichtsverletzungen per Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Zwölf Stunden später dann die nächste Eskalation: Am Mittwoch gegen 11.30 Uhr gerieten zunächst offenbar drei Personen wegen der Benutzung der Duschen in eine gewalttätige Auseinandersetzung. Andere Flüchtlinge kamen dazu, am Ende standen sich mehr als 40 Personen, offenbar Afghanen und Syrer, gegenüber. Der Sicherheitsdienst rief die Polizei.

Straße zeitweise gesperrt

Mehr als ein Dutzend Streifenwagen rückte aus, die Einfahrt vom Sander Damm zur Kurt-A.-Körber-Chaussee wurde gesperrt. Nach etwa einer Stunde war die Situation auf dem Gelände der Notunterkunft wieder unter Kontrolle. Ein Syrer kam kurzzeitig in Polizeigewahrsam, Streifenwagen waren noch bis zum Abend in der Umgebung im Einsatz.

Polizeichef: "Fragile Situation"

Bergedorfs Polizeichef Karsten Schwarz war vor Ort, um den Streit zu schlichten. Er sprach nach der Aufregung rund um den Hungerstreik Anfang der Woche von einer "fragilen Situation". Er sei mit der Zusammenarbeit mit dem Betreiber "fördern & wohnen", dem Bezirksamt und allen weiteren beteiligten Stellen "sehr zufrieden".