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Weitere Unterkünfte für Flüchtlinge: Fokus auf Landgebiet

Bergedorf. Flüchtlinge könnten verstärkt in den Vier- und Marschlanden untergebracht werden. Ein Dutzend Flächen sind in der Diskussion.

Bergedorf. Der Bezirk Bergedorf hat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration etwa ein Dutzend weitere Flächen benannt, die für die Unterbringung von Flüchtlingen infrage kommen könnten. Hintergrund ist eine Gesetzesänderung, wonach die öffentlich-rechtliche Unterbringung baurechtlich als privilegiertes Vorhaben eingestuft wird (wie berichteten) – und der anhaltende Unterbringungsdruck: Derzeit kommen monatlich bis zu 800 Flüchtlinge in Hamburg an, bis Jahresende muss die Stadt 10.000 neue Plätze schaffen.

700 Flüchtlinge in Kirchwerder? "Das ist absurd"

Das bedeute aber nicht, dass auf allen Flächen auch Unterkünfte geschaffen oder sie bereits als geeignet angesehen würden, betont Bezirksamtsleiter Arne Dornquast auf Anfrage der bz. Er tritt besonders den in der Bevölkerung kursierenden Gerüchten entgegen, dass am Zweiten Fersenweg in Kirchwerder 700 Flüchtlinge untergebracht werden sollen: „Das ist völlig absurd“, so Dornquast.

Tatsächlich rücken nach der Gesetzesänderung besonders Freiflächen in den Vier- und Marschlanden in den Blickpunkt, die zwischen den „im Zusammenhang bebauten Ortsteilen“ liegen und bisher beispielsweise von der Landwirtschaft genutzt werden. Nach den der bz vorliegenden Unterlagen sind darunter sowohl private als auch städtische Flächen.

Areale auch in Curslack und in Allermöhe

In privatem Besitz sind etwa Areale in Kirchwerder und nahe der Kirche in Curslack sowie östlich der Randersweide in Bergedorf. Zu den Liegenschaftsflächen gehören ein Areal südlich der Anschlussstelle Allermöhe, das einmal als Ersatzfläche für die Garten- und Landschaftsbaubetriebe im Gespräch war, oder Freiflächen im Gewerbegebiet Mette-Harden-Straße. Andere sind noch verpachtet, wie am Mittleren Landweg.

Dornquast bestätigt, dass einige Grundeigentümer angeschrieben wurden, „ob sie sich überhaupt Gespräche zu der neuen Nutzung vorstellen könnten“. Es habe eine prinzipielle Gesprächsbereitschaft gegeben. Nun solle mit der Sozialbehörde geklärt werden, wie weiter vorgegangen werde. Es sei weder klar, ob Flächen gepachtet oder gekauft werden können noch gebe es bereits konkrete Vorstellungen, was auf den Flächen realisiert werden solle.

Behörde könnte Politik übergehen

Das Aufstellen von Containern wird zumindest von der örtlichen Politik abgelehnt. Denkbar seien kleine Einheiten, heißt es. Gedacht ist dabei an eine dauerhafte Wohnbebauung, die sich an die Umgebung anpasst. Im Fall des Zweiten Fersenwegs sei etwa der Bau von vier Doppelhäusern vorstellbar, in denen jeweils eine vierköpfige Familie untergebracht werden kann, die sich im Anerkennungsstatus ihres Asylantrages befindet.

Die Meinung der örtlichen Politik muss die Behörde bei ihren Entscheidungen allerdings nicht berücksichtigen.