Premiere

Chorfestival übertrifft alle Erwartungen

Foto: NEWS & ART/Carsten Neff

Bergedorf. Das erste Chorfestival Bergedorf war am Wochenende ein Triumph für Künstler und Veranstalter. Im dreimal nahezu ausverkauften Saal im „Haus im Park“ wurden mehr als 20 Chöre unterschiedlichster Prägung bejubelt.

Mit einem fulminanten „Ain't no mountain high” setzte der Bergedorfer Chor Schall & Rauch dem Chorfestival Bergedorf gestern Abend einen krönenden Schlusspunkt. Das Bergedorfer Publikum hatte im Haus im Park drei großartige Konzertereignisse im nahezu voll besetzten Saal erlebt und die Akteure mehrfach mit Standing Ovations bejubelt.

Musik umspannt die Welt

Nach dem professionellen Start mit den behinderten und nicht behinderten Sängern von Sounddrops gab es gestern deutschsprachige Spaßlieder von der Liedertafel Barsbüttel und den Rothekehlchen, Christliches mit dem Gospelchor Willinghusen und unter anderem ein gelungenes „Haus am See“ von GymBo-Chor und BeLo-Singers. Güngör Yilmaz' Meneksche-Chor verbreitete türkischen Flair mit orientalischen Instrumenten. Und Michael Solinskys Oberstufenchor von Hansa- und Luisen-Gymnasium sangen sich mit Broadway-Sound in die Herzen der Gäste.

Als altersmäßig kleinster Chor hatte der Bergedorfer Kinderchor von Annett Hermes zum Auftakt die Herzen der mehr als 400 Konzertbesucher bewegt. Den Männerchor Steinbek-Havighorst, der erstmals gemeinsam mit dem Nett Chor der Grundschule Nettelnburg auftrat, ließ das Publikum nicht ohne Zugabe von der Bühne. Die beiden Schulchöre GylohVoices und Oberstufenchor Gymnasium Allermöhe überzeugten besonders mit dem gemeinsam intonierten Gospel „For God so loved the world“.

Stimmungskanonen

Eine wahre Stimmungskanone war Elena Ignatievas Folklorechor Russische Birke mit russischen und deutschen Tanzliedern. Jan Friedrichens Frauenchöre Liedertafel Frohsinn und Liederkranz bewiesen mit Pop- und Musical-Songs wie „Memory“ oder „Butterfly“, dass sie weit mehr als deutsche Volkslieder im Repertoire haben. Standing Ovations gab es für Christoph Gerl, der mit Cantaloop bis zu siebenstimmige A-cappella-Sätze anspruchsvoller Popsongs mit atemberaubender Akkuratesse aufgeführt hatte.

Das Konzert am Sonnabend startete mit überwiegend kirchlichen Chorälen der Liedertafel Flora 1861 von Zollenspieker. Mayya Rosenfeldt sorgte mit ihren beiden Chören VoiceConnection und Chor4Fun für Stimmung, etwa mit dem Abba-Hit „Mamma Mia“.

A-capella der Spitzenklasse

Der Bergedorfer Kammerchor intonierte neben Werken von Mendelssohn Bartholdy und Monteverdi auch eine Eigenkomposition von Chorleiter Frank Löhr, die das Publikum ganz besonders würdigte. Weltmusik in fünf Sprachen zwischen Afrika und den USA brachte Martin Barkowski mit dem Lola-Chor auf die Bühne. Und wie am ersten Abend war auch Sonnabend das Finale der gehobenen Popmusik im fünfstimmigen A-cappella-Format vorbehalten. B'Noise und Chorleiter Markus Meier wurden trotz später Stunde ohne Zugabe nicht von der Bühne gelassen.

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