Sonnenfinsternis

Naturschauspiel sorgt für Volksfest auf Gojenberg

Foto: NEWS & ART/Carsten Neff

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein – ideale Bedingungen zur Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis. Hunderte pilgerten gestern zur Sternwarte auf dem Gojenberg.

Die ersten Besucher kamen schon kurz nach 7 Uhr auf die Sternwarte – vor allem wegen einer ganz wichtigen Frage: „Haben Sie noch Sonnenfinsternis-Brillen?“ Das Team vom Observatorium auf dem Gojenberg hatte welche. Schließlich war klar, dass am Freitag mehr als Tausend Besucher aus ganz Norddeutschland die Sternwarte stürmen. Der Vorrat von 750 Pappbrillen mit Spezialfolie – Stückpreis zwei Euro – reichte immerhin bis 10 Uhr.

Beste Werbung für die Sternwarte

Ab 9.32 Uhr schob sich der Mond ganz langsam vor die Sonne, bis er um 10.44 Uhr mit 79 Prozent Abdeckung die größte Verdunkelung erreichte. Dann spürbar am plötzlich sehr fahlen Sonnenlicht. „Toll, wie groß die Anziehungskraft der Sternwarte bei einem solchen Ereignis ist“, sagte Prof. Dr. Peter Hauschildt, der sich als ehemaliger Sternwarte-Direktor und jetziger Leiter des gesamten Fachbereichs Physik der Uni Hamburg den Besuch in Bergedorf nicht nehmen ließ.

Lob auch für Dr. Andreas Schweitzer, der das Programm auf dem Gelände koordinierte. Zusammen mit 30 Helfern sorgte der Astrophysiker dafür, dass es neben den Brillen für den freien Blick in den Himmel auch Vorträge zu Sonnenfinsternis und Weltraumwetter im Besucherzentrum gab, eine Ausstellung zur Sonnenfinsternis-Expedition von 1905 in der Bibliothek sowie Beobachtungen mit zwei Großteleskopen.

19 Schulklassen verlegten Unterricht

Unter den Besuchern der Sternwarte waren insgesamt 19 Klassen aus ganz Hamburg. Darunter zahlreiche Grundschüler, aber auch sechste bis achte Klassen, denen mit der Sonnenfinsternis die Physik als spannendes Fach nähergebracht wurde. Besonders umringt waren die Amateurastronomen, die ihre Teleskope mit Spezialfiltern gleich neben dem Besucherzentrum aufgestellt hatten.

Forscher suchen nach zweiter Erde

Zufrieden mit der Sichtbarkeit der Sonne war auch Prof. Dr. Günter Wiedemann. Er hatte das Ereignis genutzt, um mit einem Spektroskop das Sonnenlicht zu analysieren. Die kommenden Wochen müssen nun zeigen, ob die Daten die Forscher in die Lage versetzen, im Umfeld des Lichts fernere Sterne sowie deren Planeten noch besser analysieren zu können. Die Suche nach einer zweiten Erde irgendwo im Weltraum gehört seit Jahren zu den Forschungsschwerpunkten der Bergedorfer Astrophysiker.

Wie die Schüler des Hansa-Gymnasiums die Sonnenfinsternis beobachteten, lesen Sie in der Printausgabe der Bergedorfer Zeitung / Lauenburgischen Landeszeitung vom Wochenende, 21./22. März. / Abo