Kurzliegestation

Bethesda-Krankenhaus macht sich fit für die Zukunft

Foto: BGZ/André Herbst

Bergedorf. Seit der Einführung der neuen „Kurzliegestation“ im Bethesda-Krankenhaus ziehen OP-Patienten dort regelmäßig um. Einige reagieren verwirrt.

„Wo muss ich jetzt hin?“ Liane Schmidt (71) war verwirrt, als sie nach einer Brustkrebs-OP im Bethesda-Krankenhaus aufwachte – und umziehen sollte. „Es hieß, die Station 1 werde übers Wochenende geschlossen, sie solle auf die S2. Also wieder die Wäsche einpacken und den Nachtschrank ausräumen“, wunderte sich Ehemann Ernst-August Schmidt über die Aufregung: „So ein Umstand belastet doch die Patienten.“

Genau das aber soll mit dem neuen Konzept vermieden werden, seitdem die S1 mit 20 Betten als „Kurzliegestation“ umfunktioniert wurde, erklärt Kristin Netik aus der Abteilung für Unternehmensentwicklung und Marketing: „Wir empfangen jetzt alle Patienten mit OP-Terminen auf der S1, um sie vom ruscheligen Tagesgeschäft fernzuhalten. Hier muss niemand auf dem Flur warten. Alle bekommen gleich ein Bett für ein bis zwei Nächte. Wer aber länger bleibt, wird danach auf die S2 verschoben (Gynäkologie und Geburtshilfe), auf die Innere oder die Chirurgie.“

Seit Januar werde das Konzept umgesetzt, sorge gelegentlich noch für Nachfragen. „Aber wir wollen jetzt Workshops für Pfleger und Ärzte anbieten, damit sie es besser beim Aufnahmegespräch erläutern können“, sagt Kristin Netik, die auch anfängliche Probleme einräumt: „Die S1 schließt eigentlich am Sonnabend. Sehen wir aber, dass Freitag um 12 Uhr noch mehr als drei Patienten da sind, lassen wir diese nicht umziehen. Dafür gibt es jetzt übers Wochenende einen Rufdienst für die Pflegekräfte, die dann meist auch noch Notfallpatienten versorgen.“

Von der Handhabe her sei das neue Konzept einfach wirtschaftlicher, meint auch Kliniksprecherin Conny Gudert. Patienten mit höchst unterschiedlichen Krankheitsbildern liegen im selben Zimmer. „Der Arzt geht zum Patienten und nicht andersherum.“

Weitere Modernisierungspläne im Bethesda erfahren Sie in der Prinausgabe der Bergedorfer Zeitung / Lauenburgischen Landeszeitung von Mittwoch, 11. März. ePaper / Abo