Silvesterbilanz

Bergedorfer böllern kräftig - Heißer Start für Feuerwehr

Foto: Christoph Leimig

Bergedorf. Zur Begrüßung des Neuen Jahres haben die Menschen in der Region ausgelassen und zumeist friedlich gefeiert. Aufgrund der milden Witterung wurde in der Silvesternacht mehr und vor allem länger geböllert als in den Jahren zuvor.

Feuerwehren und Rettungsdienste mussten zu zahlreichen Unfällen durch Feuerwerkskörper und zu Bränden ausrücken. Am Moorfleeter Deich stand um 2.15 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache eine acht Meter lange Motoryacht in Flammen. Menschen waren nicht an Bord. Die Freiwilligen Feuerwehren Moorfleet, Billwerder und Allermöhe konnten ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Boote verhindern. In Nettelnburg brannte kurz nach Mitternacht am Schleusenhörn ein Carport, wenig später am Oberen Landweg ein Auto.

Großalarm in Wilhelmsburg

Insgesamt musste die Hamburger Feuerwehr in der Silvesternacht zu 1018 Einsätzen ausrücken, davon 769 im Rettungsdienst. Das entspricht mit 85 Einsätzen pro Stunde in etwa den Einsatzzahlen der Vorjahre. Allein 66 Feuerwehrleute bekämpften den ausgedehnten Dachstuhlbrand in einem viergeschossigen Altbau an der Georg-Wilhelm-Straße (Wilhelmsburg) mit zehn Wohnungen und einer Kneipe. Alle Bewohner konnten unverletzt gerettet werden.

Polizei stellt Schusswaffen sicher

Die Hamburger Polizei nahm in Bahrenfeld fünf Männer fest. Zuvor war aus dem Fenster ihrer Wohnung an der Schützenstraße mit einer 9-Millimeter-Pistole mehrfach geschossen worden. Nach ähnlichen Vorfällen in den vergangenen Jahren hatten Zivilbeamte das Haus diesmal observiert. Am Jungfernstieg bedrohte ein Autofahrer Passanten mit einer Pistole. Ein zufällig anwesender Polizist wollte den Mann stellen. Der Fahrer gab Gas, schleifte den Beamten mit und fuhr ihm über den Fuß. Der 24-Jährige wurde festgenommen, die illegale Schreckschusspistole sichergestellt.

In den Notaufnahmen der Krankenhäuser mussten wieder teilweise schwerste Hand- und Augenverletzungen durch leichtsinnigen Umgang mit Feuerwerk und illegale sogenannte „Polenböller“ behandelt werden. Allein die Asklepios-Kliniken in Hamburg zählten 450 Notfall-Patienten.

18-Jähriger stirbt durch Böller

Die Feuerwehren in Schleswig-Holstein sprechen von einer „in der Fläche eher entspannten Silvesternacht“. Allerdings ist in Alveslohe (Kreis Segeberg) ein 18-Jähriger durch die Explosion eines Feuerwerkskörpers getötet worden. Gemeinsam mit einem 20-jährigen Freund hatte er auf einem Maisfeld Böller gezündet. Dabei erlitt der Mann aus Quickborn so schwere Kopfverletzungen, dass er kurz nach der Ankunft eines Notarztes starb. Sein Freund wurde leicht verletzt. Polizisten stellten neben dem Opfer eine Plastiktüte mit mehreren illegalen „Polenböllern“ sicher.

In Glinde entfachte eine auf der Straße An der Au abgeschossene Silvesterrakete ein Feuer auf einem Balkon eines neunstöckigen Hochhauses. Die Rakete setzte Balkonmöbel in Brand, die Wohnzimmerscheibe zersplitterte. Ein Rettungswagen brachte die Bewohnerin mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Ungewohnt ruhiges Silvester hatten die Feuerwehrleute im Lauenburgischen: Nur zehnmal mussten sie ausrücken, um brennende Mülleimer oder Papiercontainer zu löschen. Die Polizei vermeldete gesprengten Briefkästen und Körperverletzungen.

Mehr zu den Ereignissen der Silvesternacht lesen Sie in der Printausgabe der Bergedorfer Zeitung / Lauenburgische Landeszeitung vom 2. Januar. ePaper / Abo