Geriatrie

Neubau am Bethesda Krankenhaus

Bergedorf. In den vorhandenen Gebäuden des Bethesda Krankenhauses ist kein Platz für die neue Geriatrie. Also hat die Klinik das „Ingenieursbüro euroterra" mit der Planung eines Neubaus für die Altersmedizin-Abteilung betraut. Euroterra hatte vor vier Jahren bereits die Erweiterung der Notaufnahme im laufenden Betrieb realisiert.

Halsbrecherischen Übermut wird ernsthaft niemand dem Bethesda Krankenhaus Bergedorf vorwerfen. Aktuell sorgt daher der Plan für Aufsehen, der über eng gesteckte Vorgaben hinausgeht: Für zehn Millionen Euro soll am Glindersweg eine moderne Geriatrie (Altenheilkunde) entstehen. Sie soll im Herbst 2014 eröffnen und doppelt so viele stationäre Plätze haben, wie Hamburg im aktuellen Krankenhausbedarfsplan zugesteht – 60 statt 30. Und die Verantwortlichen treffen Vorsorge, die Zahl künftig weiter aufzustocken.

Die Zentrale Notaufnahme platzte schon kurz nach der Fusion von AK Bergedorf und Bethesda 2004 aus allen Nähten, die dringend notwendige Erweiterung wurde zunächst finanziell abgesichert, bevor sie vor vier Jahren erfolgte. Ob Ausbau der Geburtshilfe oder Schaffung eines Schlaganfallzentrums plus Sicherung des Betriebs durch Neurologen – das BKB hat neben medizinischen und organisatorischen Notwendigkeit immer die Wirtschaftlichkeit im Blick behalten.

„Wir gehen davon aus, dass wir die von uns vorerst geplanten 60 Geriatriebetten rasch brauchen werden“, sagt Chefarzt Dr. Gerhard Hermes. Derzeit würden noch viele Patienten aus der Region in weiter entfernten Kliniken behandelt, sagt BKB-Geschäftsführerin Margret von Borstel. „Dabei sollen die Behandlungen wohnortnah und möglichst abschließend erfolgen. Also mit dem Ziel, dass die Patienten ohne weitere Reha-Maßnahmen wieder nach Hause entlassen werden können“, so Hermes.

Für ältere Menschen, die etwa nach einer Operation oder einem längeren Klinikaufenthalt einer geriatrischen Behandlung bedürfen, um dauerhafte Einschränkungen oder Behinderungen zu vermeiden, soll in Bergedorf eine Abteilung entstehen, die das gesamte Spektrum bietet – von der Behandlung bis zur damit verzahnten Früh-Rehabilitation. Hermes: „Außer Krankenzimmern benötigen wir Räume für notwendige Tests, Behandlungsräume und solche für verschiedenste Therapien, etwa Ergo- oder Sprachtherapie.“

Der Neubau wird gut 60 Meter lang, fast 17 Meter breit und 18 Meter hoch werden. Das Gebäude soll neben Zimmern für 60 stationär untergebrachte Patienten auch eine Tagesklinik (zehn Plätze) mit Therapieräumen sowie Platz für Technik, Personal und Lagerräume bieten. „Das vierte Geschoss wird soweit hergerichtet, dass dort 30 weitere Plätze ohne große neue Baumaßnahmen geschaffen werden können“, sagt euroterra-Geschäftsführer Marc Ewers.

Der Neubau entsteht zwischen Verwaltungstrakt und Hauptgebäude. Derzeit wird dort ein Pavillon abgerissen, der in der Vergangenheit schon als Krankenstation, Technikbereich und Lager gedient hat. „Wir mussten nicht nur das Lager verlegen, wir tragen auch Vorsorge, damit die Bautätigkeit nicht die Anwohner zusätzlich belastet“, betont von Borstel.

Weil ein Teil der vorhandenen Parkplätze während der Bauarbeiten blockiert ist, schafft das BKB zusätzliche Stellflächen. Folge: „Schon während der Bauphase werden am Krankenhaus nicht weniger, sondern 25 Plätze mehr als bislang verfügbar sein“, verspricht Ewers.

Im Juni werden die Arbeiten an der neuen Geriatrie beginnen. Der Rohbau soll im Januar abgeschlossen werden, erläutert Margret von Borstel: „Läuft alles wie geplant, werden wir das Gebäude voraussichtlich im Herbst 2014 in Betrieb nehmen können.“