Fahndung

Mordfall Emil A. - Staatsanwalt setzt Belohnung aus

Lohbrügge. Ein Jahr nach der Ermordung des Lohbrüggers Emil A. hat die Staatsanwaltschaft jetzt eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung der Tat führen.

Am 19. Dezember vergangenen Jahres hatte ein 16-Jähriger beim Spazierengehen mit seinem Hund die Leiche des Lohbrüggers an dem Fußweg zwischen Wendehammer Unterberg und An der Kreisbahn in der Boberger Niederung gefunden. Der Tote lag unter Zweigen und Blättern versteckt, wies zahlreiche Stichverletzungen an Kopf, Hals und im Oberkörper auf. Getötet wurde der 35-Jährige offenbar woanders. Der oder die Täter haben die Leiche des 35-Jährigen vermutlich mit einem Auto in das abgelegene Waldstück gebracht und dann fünf Meter von der Straße entfernt versteckt. „Die Ablage der Leiche geschah wohl in großer Eile“, vermutete ein Ermittler: „Nur einige Meter tiefer im Wald und der Tote wäre wohl über Monate dort nicht gefunden worden.“

Eine sechsköpfige Mordkommission nahm die Ermittlungen auf, konzentrierte sich dabei auf das Umfeld des Opfers. Denn Emil A. war kein unbeschriebenes Blatt. Der 35-Jährige war der Bergedorfer Polizei wegen Drogendelikten und verschiedenen Körperverletzungen bekannt. „Aber nicht als Schwerkrimineller“, wie Polizeisprecher Andreas Schöpflin damals gegenüber der Bergedorfer Zeitung betonte.

Doch offenbar war Emil A. aktiver in der Drogenszene tätig, als dies der Polizei zunächst bekannt war. In seinem Bungalow am Reinbeker Redder, wo A. mit seiner polnischen Freundin und der gemeinsamen zweijährigen Tochter lebte, wurde nach Informationen der Bergedorfer Zeitung kräftig gedealt. Die Nachbarn bekamen davon nichts mit. Sie glaubten, der in Bergedorf geborene Türke habe stets viele Freunde zu Besuch gehabt.

Auch die Staatsanwaltschaft spricht jetzt davon, dass der Mordkommission inzwischen konkrete Hinweise vorliegen, nach denen das Opfer Kontakte zur organisierten Betäubungsmittelkriminalität unterhielt. Möglich ist, dass es unter den Drogenlieferanten Ärger um Geldschulden gab. Emil A. soll nach Informationen der Bergedorfer Zeitung bei anderen Dealern Schulden gemacht haben, aber auch selbst Geld verliehen haben. Gegenüber einem Bekannten habe er einmal geäußert: „Wenn sie mir Druck machen, gehe ich zu den Bullen und verpfeife alle“.

Nachdem die Fahndung bislang ins Leere lief, hat die Staatsanwaltschaft nun für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und/oder zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgesetzt. Hinweise werden an die Verbindungsstelle im Landeskriminalamt unter der Rufnummer (040) 4286-56789 oder jede andere Polizeidienststelle erbeten.