Umweltprojekt

Baustart für die Fischtreppe am Serrahn

Foto: BWS GmbH / Bezirksamt

Bergedorf. In diesen Tagen beginnt am Serrahn der Bau der Fischtreppe. Sie wird sich auf 95 Meter Länge am Ufer rechts des Wehrs entlang winden. Die Baukosten von mehr als einer Million Euro tragen die Stadt Hamburg und die EU.

Bisher ist für Aal, Rotauge oder Bachforelle Schluss am Serrahnwehr: Aus Richtung Schleusengraben kommend, können die Fische das Wehr mit seinem Gefälle von etwa 1,70 Meter nicht Richtung Schlossteich/Obere Bille überwinden. Das wird sich nun ändern: In diesen Tagen soll am Serrahn mit dem Bau einer Fischtreppe begonnen werden. Sie wird das Erscheinungsbild des Serrahns prägen und sich auf 95 Meter Länge am Ufer rechts des Wehrs entlang winden. Die Baukosten von mehr als einer Million Euro tragen die Stadt Hamburg und die EU.

Zunächst muss die Baustelle des Ewers umziehen, denn der Ponton wäre den Arbeiten im Weg. Die Schiffs-Rekonstruktion wird nun am alten CCB weitergebaut.

Dann geht’s nahe des Serrahnwehrs los. „Als Gründung für die Fischtreppe werden Pfähle in den Untergrund gerammt – vor Weihnachten im Hafenbecken und danach auch unter der Serrahnbrücke“, sagt Uwe Wehling aus dem bezirklichen Amt für Wasserwirtschaft. Beginn ist etwa in einer Woche. Dazu muss auch ein Radbagger an der Serrahnbrücke stationiert werden; vor Beginn des Weihnachtsmarktes soll er aber wieder verschwunden sein.

Auch im Wehr wird gearbeitet: Um den Fischaufstieg dort „anzuschließen“, muss eins der drei Schotten im Wehr umgebaut werden. Am Serrahnwehr wird der Abfluss künftig über den Fischpass erfolgen – so soll erreicht werden, dass die Fische den Aufstieg mit Hilfe der Strömung finden. Die Hauptentwässerung der Bille funktioniert künftig nicht mehr über das Wehr, sondern über den Mühlenumlauf (Richtung CCB), der dafür bereits ertüchtigt wurde. Nur bei Starkregen werden die an der Serrahnbrücke verbliebenen Schotten automatisch geöffnet.

Die Rammarbeiten können – je nach Witterung – bis Ende Januar andauern. In dieser Zeit fertigt eine Spezialfirma die einzelnen Stahl-Elemente der Fischtreppe an. Der Fischaufstieg ist ein Vertical-Slot-Pass (Schlitzpass) und wird aus Corten-Stahl hergestellt, der sich selbst versiegelt. Zehn Einzelteile werden geliefert, die einzeln auf die Pfähle aufgelegt und anschließend untereinander verschraubt und verschweißt werden. Uwe Wehling schätzt, dass man „ab Februar“ etwas von der neuen Fischtreppe erkennen kann.

Anschlüsse, elektrische Arbeiten und die Ausstattung der Fischtreppe mit hiesigem Sediment gehören zu den letzten Arbeiten – mit etwas Glück im April 2013. „Es kann aber auch bis Juni dauern“, so Wehling. Um den Schiffsverkehr und das Leben am Serrahn möglichst wenig einzuschränken, werden die Arbeiten jetzt im Winterhalbjahr ausgeführt.

Der Fischaufstieg ist notwendig, um die sogenannte EG-Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen. So soll in der Bille die Gewässerqualität und der Austausch der Fischpopulationen verbessert werden.