Gutachten

Tempo 30 und engere Straßen gegen Verkehrslärm

Foto: NEWS & ART / Carsten Neff

Bergedorf. Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau hat den lang erwarteten Entwurf für einen Hamburger Lärmaktionsplan vorgestellt. Für Bergedorf empfehlen die Gutachter: Tempo 30 für die B5 und eine Umleitung des Durchgangsverkehrs über die A25.

Selbst Optimisten haben kaum mehr daran geglaubt: Der Hamburger Lärmaktionsplan liegt vor. Vorschläge für ein Pilotprojekt in Bergedorf lesen sich teils sehr bekannt, teils sorgen sie für heftiges Stirnrunzeln: Den Durchgangsverkehr über A25, Curslacker Neuen Deich und Sander Damm um die Innenstadt herumzuleiten sowie Rückbau und Tempo 30 auf der B5 sind alles andere als neue Ideen. Dass für die Kreuzung Vierlandenstraße/Bergedorfer Straße eine andere Lösung vorgeschlagen, als seit Monaten gebaut wird, verärgert zudem Politiker von CDU bis GAL.

„Diese Kreuzung ist gefühlt seit Ewigkeiten Baustelle, hätte doch im Sommer fertig werden sollen“, stöhnt Annette Vollmer (GAL). „Angesichts des von Hamburg forcierten Planungstempos haben wir immer wieder nachgefragt, ob alles bedacht ist“, klagt Jörg Froh (CDU). „Jetzt wissen wir, unsere Befürchtungen waren berechtigt.“

Für die Vierlandenstraße schlagen die Gutachter vor, auf eine Linksabbiegerspur Richtung Bahnhof zu verzichten. Dann könne auch die Zahl der Fahrspuren auf der Bergedorfer Straße um eine auf drei verringert werden – in dem gesamten Bereich zwischen Mohnhof und Sander Damm. Gegen Lärmreduzierung und eine bessere Passierbarkeit der Straßen für Radfahrer und Fußgänger hat Norbert Fleige (GAL) nichts einzuwenden. Wohl aber gegen die Streichung der Abbiegerspur: „Die ist gewollt. Schließlich sollen die Vierländer mit dem Bus zu CCB und Sachsentor gelangen, nicht erst zum ZOB fahren müssen.“

Die von Hamburg beauftragten Planer halten eine „kurzfristige Umgestaltung des Knotenpunktes mit der Reduzierung der Fahrspuren für möglich“ – wenn es gelingt, den Durchgangsverkehr um bis zu 15 Prozent zu reduzieren. Der soll südlich ums Stadtgebiet fließen. Vor allem über den Sander Damm, auf dem sich der Verkehr zu Spitzenzeiten derzeit schon bis zum Schleusengraben staut. Auf die Frage, wann Hamburg Geld für einen Ausbau und für die seit Jahren geforderte kostspielige Verbreiterung eines Brückendurchlasses bereitstellt, verweist die Stadtentwicklungs- an die Wirtschaftsbehörde. Seit dem Regierungswechsel ist erstere zwar weiter für Lärmreduzierung zuständig – der Verkehr ist nun aber Sache der Wirtschaftsbehörde.

Das 120-Seiten-Papier enthält zudem Vorschläge für Tempo-30-Regelungen auf den bisherigen Haupteinfallstraßen Wentorfer Straße und weiten Teilen der Bergedorfer Straße und der Holtenklinker Straße. Damit könne, so die Planer, die hohe Lärmbelastung der Anwohner reduziert und zugleich verhindert werden, dass sich Wohnungen wie Gewerberäume an der B5 immer schlechter vermieten lassen.

Weitere Einzelheiten zu den Verkehrsplänen der Gutachter lesen Sie in der Printausgabe unserer Zeitung am Sonnabend.