Spielhaus

Protestumzug für den Erhalt der "Blauen Welle"

Foto: BGZ / Anne Strickstrock / Strickstrock

Neuallermöhe. Mit einem Laternenumzug wollen Freitagabend Eltern, Kinder, Nachbarn und Mitarbeiter der "Blauen Welle" gegen die vom Bezirksamt betriebene Schließung des beliebten Spielhauses protestieren. 111.000 Euro sollen so eingespart werden.

„Die Blaue Welle ist wichtig – wo viele Kinder leben, muss es auch viele Angebote geben“, sagt Leiterin Mareike Wiedenhöft. Während Mitarbeiter und Nutzer weiter auf eine glückliche Fügung setzen, hat Sven Dahlgaard, Leiter des Bergedorfer Sozialraummanagements, jüngst erneut bekräftigt, er halte die Schließung aus finanziellen wie inhaltlichen Gründen für richtig, Begründung: Im Stadtteil gibt es weitere Kinder- und Jugendeinrichtungen.

111.000 Euro könnten so eingespart werden, weiteres Geld durch Streichung einer halben Stelle beim Awo-Projekt Mobilo in Lohbrügge, hat das Bezirksamt errechnet. Der zuständige Bergedorfer Jugendhilfeausschuss hält bislang daran fest, bis zum Abschluss der Hamburger Haushaltsberatungen Ende November keine Entscheidung über Kürzungen in der Kinder- und Jugendarbeit zu treffen.

Zehn Prozent, so die Hamburger Vorgabe, sollen eingespart werden. Dies sei ohne Probleme möglich, behaupten Befürworter, schließlich könnten Kinder und Jugendliche nicht zeitgleich die künftig flächendeckende Ganztagsschule und Spielhäusern oder Jugendtreffs besuchen. Die Blaue Welle hat reagiert: Während vormittags etwa 30 Kinder von drei bis sechs Jahren mit Eltern die DRK-Einrichtung besuchen, wurde die Öffnungszeit nachmittags nach hinten verschoben, auf täglich 15 bis 18.30 Uhr.

Zwei der drei Grundschulen im Neuallermöher Umfeld bieten erst von Sommer 2013 an Ganztagsbetreuung, „und das auch nur tageweise, nicht die gesamte Woche“, mahnt Mareike Wiedenhöft.

Einerseits hofft sie, dass sich das Aus noch abwenden lässt, etwa andere Finanzierungsquellen gefunden werden, andererseits fürchtet sie, dass die Zeit davonläuft. „Sollte der Jugendhilfeausschuss erst im Dezember entscheiden, und das dann gegen uns, blieben uns nur neun Tage, die Einrichtung zu schließen und das Gebäude zu räumen“, sagt Wiedenhöft. Ganz abgesehen davon, dass sich in der Kürze der Zeit kaum neue Betreuung für die jungen Nutzer finden ließen, sei der Bedarf weiterhin groß. „In den Sommerferien haben wir binnen fünf Wochen 600 Kinder erreicht und in den Herbstferien war der Ansturm so groß, dass wir für Ausflüge Plätze hinzubuchen mussten.“

Der Protestzug „Lichter für die Blaue Welle“ beginnt heute um 18.30 Uhr auf dem Spielplatz Wilhelm-Osterhold-Stieg 23 am Spielhaus.