Mahnmal

Nach Reizgas-Attacke: Attentäter schon wieder frei

Bergedorf. Der 42-jährige Lohbrügger, der bei der Einweihung des Mahnmals für Zwangsarbeiter vor zwei Wochen die polnische Delegation mit Reizgas verletzt hat, ist wieder frei. Frank A. wurde bereits nach drei Tagen aus der geschlossenen Psychiatrie entlassen.

Nach seiner Festnahme bei der Gedenkfeier am Bergedorfer Mahnmal war der 42-jährige Täter in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Der alkoholabhängige Mann hatte gegenüber der Polizei widersprüchliche Aussagen gemacht und schien geistig verwirrt, er war schon vor der Attacke in psychologischer Behandlung (wir berichteten).

Doch der Aufenthalt in der geschlossenen Einrichtung war für den Lohbrügger nur von kurzer Dauer: Wie die Hamburger Staatsanwaltschaft jetzt bestätigte, verbrachte Frank A. dort lediglich drei Tage. Da die Ärzte keine Gefahr für die Allgemeinheit sehen, wurde er wieder in die Freiheit entlassen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter wegen gefährlicher Körperverletzung. Sollte der bekennende Rechtsradikale wegen des Reizgas-Angriffs verurteilt werden, droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Bei der Reizgas-Attacke waren neun Mitglieder der polnischen Delegation verletzt worden. Der Täter war den Behörden bereits zuvor bekannt, unter anderem wegen der Versendung von rechtsradikalem Propagandamaterial.