Schlosskonzerte

Das Publikum hat entschieden

Bergedorf. Der Streit um den Rausschmiss des Konzertveranstalters "Club am Donnerstag" aus dem Bergedorfer Schloss geht in die nächste Runde. Der Verein der Museumsfreunde will am Montag einen Vermittlungsvorschlag unterbreiten. Die Fans des CaD stärken ihrem Club den Rücken. 120 kamen am Donnerstag zum Club-Konzert, nur 24 ins Schloss.

Wenn es nach dem Publikum ginge, wäre der Streit um die Live-Konzerte im Schlosshof bereits entschieden. Zumindest bei dem unfreiwilligen „Bandbattle“ am vergangenen Donnerstag haben die Bergedorfer eindeutig mit den Füßen abgestimmt. Während sich im Schlosshof die Band „Rock’s Off“ tapfer vor weitgehend leeren Rängen durch die Rockgeschichte coverte, folgten mehr als 120 Fans dem „Club am Donnerstag“ (CaD) in die frisch umgebaute Kneipe „Happy Billard“. Dort gab die australische Band „Rhys Crimmin & the Toms“ Down-Under-Rhytmen mit furiosen Improvisationen zum Besten – bis aus Hameln waren Fans angereist. Dem CaD hatte das Schloss nach elf erfolgreichen Veranstaltungen wegen eines Streits mit der Gastronomin um Freigetränke zuvor die Zusammenarbeit aufgekündigt (wir berichteten).

Am Freitagvormittag dann die Überraschung: Der CaD verkündete glücklich, die beiden noch offenen Schlosskonzerte im September würden stattfinden, allerdings ohne die Schloss-Gastronomin. Diese allerdings will davon nichts wissen: „Dann wäre mein Vertrag mit dem Schloss ja null und nichtig“, erklärte Ina Rump vom „Café la note“ und legt nach: „Ich habe mich nicht geeinigt und werde mich nicht einigen.“ Harm Reese, Vorsitzender der Museumsfreunde, wünscht sich mehr Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten. Montag will er einen neuen Vermittlungsvorschlag unterbreiten und ist optimistisch: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“

Der skurrile Streit um Freigetränke bei den Konzerten offenbart jedoch viel tiefgreifendere Versäumnisse. „Wir können nicht mehr nachvollziehen, wer mit wem was vereinbart hat“, sagt Reese. Es gäbe über die 13 Veranstaltungen überhaupt keinen schriftlichen Vertrag, muss der Vereinsvorsitzende, von Beruf Rechtsanwalt, zugeben.

Selbst wer der juristisch verbindliche Vertragspartner für Veranstaltungen im Schlosshof ist – die Museumsstiftung, der Freundeskreis oder das „Café la note“ – ist offenbar nicht eindeutig geklärt. Tatsache ist: Kulturveranstaltungen im Schloss wurden bislang immer „per Handschlag“ abgewickelt. Ein Fehler, den Bergedorfs Musikfans nun ausbaden müssen.