Desinfektion

TSG-Küche bleibt weiterhin geschlossen

Foto: Thomas Voigt / Voigt

Bergedorf/Wentorf. Zwei Wochen nach der Schließung der TSG Schulküche durch die Lebensmittelaufsicht des Kreises Herzogtum Lauenburg stellen die Beamten dem Betreiber zumindest beim Abarbeiten der Mängelliste ein positives Zeugnis aus. Die TSG Bergedorf sei auf einem guten Weg.

„Der angemietete Küchenbereich in der ehemaligen Sportschule Sachsenwald wird intensiv gereinigt“, sagt Kreis-Sprecher Karsten Steffen.

Die Darstellung von TSG-Chef Boris Schmidt, wonach die Beanstandungen der Behörde eher Lappalien waren, verweist Steffen ins Reich der Fantasie: „Vor allem die Lagerräume waren zum Zeitpunkt der Kontrolle am 7. August massiv verdreckt. Und in der Küche selbst hatte es keine Grundreinigung gegeben“, zitiert er aus der jetzt vorliegenden Mängelliste. Die Lebensmittelaufsicht habe deshalb festgelegt, alle Räume zu desinfizieren, was jetzt durch eine Spezialfirma geschehe.

„Bevor die TSG hier wieder Essen kochen und ausliefern darf, wird es aber eine Endabnahme durch uns geben“, betont Steffen. An der Ausweichküche im TSG-Kissland in Wentorf gebe es dagegen nichts auszusetzen: „Die Hygiene dort ist in Ordnung.“

Der Hamburger Sportbund (HSB), Vermieter der geschlossenen Küche in der Sportschule Sachsenwald, zeigt sich von den Schlagzeilen der vergangenen Wochen überrascht. „Vor allem, wie hier Öffentlichkeitsarbeit betrieben wurde, erstaunt mich“, sagt HSB-Geschäftsführer Ralph Lehnert, dem der Zustand des Objektes nicht unbekannt war: „Es handelt sich um eine Küche, die seit Ende 2006 stillgelegt war. Damals waren die Geräte noch relativ neu – im Gegensatz zu den ziemlich in die Jahre gekommenen Lagerräumen.“

Dem Mieter TSG seien die Räumlichkeiten in genau diesem Zustand übergeben worden. Die Verpflichtung zur Grundreinigung habe also bei der TSG Bergedorf gelegen.

Derweil müssen sich die Verantwortlichen des Vereins zahlreichen Vorwürfen von Eltern und belieferten Schulen stellen. Immerhin wurden von der Sportschule aus seit Schulbeginn 500 Grundschüler und Hortkinder versorgt. Zentrale Frage: Warum hat die TSG nicht von sich aus Eltern und Schülen über die Schließung informiert? Sondern wurde erst tätig, als die Presse zwei Tage nach dem Besuch der Lebensmittelkontrolleure auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden war?