Großkontrolle

Zu viele Rüpel auf zwei Rädern – Polizei macht mobil

Bergedorf. Die Polizei geht verstärkt gegen Radler vor, die Verkehrsregeln missachten: Fahren in der falschen Richtung, bei Rot über die Ampel, auf dem Rad durch die Fußgängerzone - auch in Bergedorf nehmen es viele Radler mit den Regeln nicht so genau.

Die Polizei macht ernst mit ihrer Ankündigung, verstärkt gegen Radler vorzugehen, die gegen Verkehrsregeln verstoßen. Bei einer hamburgweiten Großkontrolle am Donnerstag leiteten die Beamten insgesamt 488 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein: In 116 Fällen fuhren die Radfahrer auf der falschen Radwegseite, 185 Fahrradfahrer missachteten das Rotlicht. Fünf Radler telefonierten während der Fahrt per Handy, acht waren auf Rädern unterwegs, die entweder gar keine oder nicht funktionierende Bremsen hatten. Und 182 Radfahrer fuhren verbotenerweise auf Gehwegen oder durch Fußgängerzonen.

Auch in Bergedorf nehmen es viele Radfahrer mit Regeln nicht so genau, wie ein kurzer Bummel durch die Innenstadt Freitagmittag zeigte.

„Tatort“ Sachsentor: Radfahren ist nur zwischen 20 und 8 Uhr erlaubt. Doch auf fünf Menschen, die ihr Rad vorschriftsmäßig durch die Fußgängerzone schieben, kommt einer, der unverdrossen radelt.

„Tatort“ Bergedorfer Straße: Vor dem CCB kommen dem Fußgänger innerhalb weniger Minuten gleich vier Radfahrer auf der falschen Seite entgegen.

„Tatort“ Vierlandenstraße: Zwischen Senioren und Müttern mit Kinderwagen schlängeln sich aus der Fußgängerzone kommend auch immer wieder Radler über den Zebrastreifen.

„Tatort“ Wentorfer Straße: Der Radweg Richtung Mohnhof wird auch in Gegenrichtung befahren. Kein Wunder, ist der Kombi-Weg Richtung Wentorf aus Expertensicht doch unzumutbar schmal.

„Die Lösung für die Wentorfer Straße ist politisch so gewollt“, sagt Andreas Gärtner stellvertretender Leiter der Verkehrspolizei am PK 43. Als kritisch bewerten Bergedorfs Ordnungshüter die Situation am Überweg Rahel-Varnhagen-Weg/Ebner-Eschenbach-Weg in Neuallermöhe. Häufig rauschen Radfahrer vom Edith-Stein-Platz über den Zebrastreifen, zwingen Autofahrer zu Vollbremsungen, wenn diese die rasenden Radler erst im letzten Moment bemerken. „Hammelgitter wären die Option, die Radfahrer zu stoppen“, sagt der Hauptkommissar. Die allerdings würden auch Rollstuhlfahrer erheblich behindern.

Neben dem Fahren auf der falschen Straßenseite stellt die Polizei viele Rotlichtverstöße von Radfahrern fest. Beides sind Hauptunfallursachen. 2011 hat Hamburgs Polizei insgesamt 3083 Unfälle registriert, an denen Radfahrer beteiligt waren – 426 mehr als 2010. Dabei wurden 2208 verletzt. 41 Prozent der Unfälle wurden von Radfahrern verursacht.