Sachsentor

Hinterm Graben: Was folgt auf Netto-Markt?

Foto: Thomas Voigt / Voigt

Bergedorf. Nach Aldi an der Bergedorfer Straße ist nun auch der Netto-Markt an der Straße Hinterm Graben geschlossen. Damit sind die Chancen auf Lebensmitteleinkäufe rund ums Sachsentor deutlich geschrumpft. Der WSB hofft nun auf ein höherwertiges Lebensmittelgeschäft.

Wieder ein Discounter weniger in der Innenstadt: Die Chancen, sich in der Gegend um das Sachsentor mit Lebensmitteln zu versorgen, schmelzen wie Schnee in der Sonne. Nach der Schließung von Aldi an der B5 ist nun auch der Netto-Markt an der Straße Hinterm Graben geschlossen.

Der Standort, den Netto vor einiger Zeit mit der Plus-Kette übernahm, entspricht nach Angaben des Unternehmens nicht mehr den eigenen Kriterien. „Wir führen als Marken-Discounter mehr als 3000 Artikel, außerdem haben wir Mehrwegflaschen im Sortiment – das benötigt Platz“, erklärt Unternehmenssprecherin Christina Stylianou.

Standorte unter 800 Quadratmeter Ladenfläche seien für Netto nicht interessant. „Außerdem legen wir Wert auf ausreichend Parkplätze und reibungslose Anliefer-Bedingungen. All das hat die Filiale Hinterm Graben nicht geboten, daher haben wir den Mietvertrag nach dem Auslaufen nicht weiter verlängert.“ Ein geeigneter Ersatzstandort habe sich in Bergedorf bisher nicht gefunden, Netto-Märkte gibt es derzeit nur in Lohbrügge/Boberg, an der Mendelstraße und auf dem Dorfanger.

Nicht Netto, sie habe den ausgelaufenen Mietvertrag nicht verlängert, sagt Eigentümerin Anne Büchner. Dass Netto für die 400 Quadratmeter Verkaufsfläche weit weniger als zuvor bezahlen wollte, bestätigt die Vermieterin nicht. Die Flächengröße allein kann aber nicht das Problem gewesen sein. „Ich habe die Vergrößerung der Verkaufsfläche um das Nebengebäude angeboten, doch das wollte Netto nicht.“

„Diese Schließung ist kein Weltuntergang für die Geschäftswelt rund ums Sachsentor. Dieser Discounter hatte nicht wirklich eine Magnetfunktion“, urteilt Joachim Wagner, Geschäftsführer von Wirtschaft und Stadtmarketing Bergedorf (WSB). Er würde es aber begrüßen, wenn hier bald wieder ein Lebensmittelgeschäft eröffnet.

Elke Timm, Inhaberin von Kaffe Timm am Bergedorfer Markt, hat konkrete Vorstellungen: „Es sollte statt eines Discounters gern ein etwas höherwertiger, qualitätsorientierter Anbieter sein. Edeka wäre perfekt.“

„Ich bin mit mehreren potenziellen Nachmietern im Gespräch, dazu zählen auch welche aus dem Lebensmittelbereich“, sagt Anne Büchner. Discounter oder Edeka sind aber nicht darunter: „Einen Edeka-Markt haben wir doch bereits schräg gegenüber, auf der anderen Seite der B5.“