Bauarbeiten

Sielbau gräbt "Casa Vecchia" Gäste ab

Bergedorf. Die Bauarbeiten auf der Bergedorfer Straße und in Bergedorf-Süd bereiten "Dimi" Dzevat Cosaj Riesensorgen. "Ich liege nun mitten in einer Großbaustelle", sagt der Wirt des "Casa Vecchia". Am Dienstag kam mittags gerade mal ein Gast.

„Dimi“ versteht die Welt nicht mehr: Der Wirt des „Casa Vecchia“, mit echtem Namen Dzevat Cosaj, fühlt sich seit Dienstag wie aus Bergedorf verbannt. Dabei betreibt er sein Restaurant seit zweieinhalb Jahren mitten im Zentrum, in der malerischen kleinen Kate direkt an der Fußgänger-Ampel gegenüber vom Neuen Mohnhof.

„Von einem auf den anderen Tag liege ich hier mitten auf einer Großbaustelle“, sagt er beim Blick auf die Bagger, Container und Absperr-Gitter, mit denen Hamburg Wasser das Restaurant buchstäblich umzingelt hat. Doch nicht nur die Enge und der Lärm der Erneuerung des Abwassersiels vom Sachsentor zur Rektor-Ritter-Straße ärgern ihn und seinen Vermieter Hans-Helmut Willers, der beim Blick auf den ganzen Stadtteil Bergedorf-Süd die Hände über dem Kopf zusammenschlägt: „Wir sind hier für Autofahrer kaum mehr zu finden. Und verlieren zudem auf einen Schlag alle Parkplätze in unserer Umgebung.“

Eine Beschreibung, die Hamburg-Wasser-Sprecher Matthias Sobottka zwar mit dem Hinweis auf das nahe Penndorf-Kaufhaus zu widerlegen versucht. Aber beim Besuch vor Ort ist die Dramatik unübersehbar: Von der Bergedorfer Straße aus sind mit Vierlandenstraße und Hassestraße beide Zufahrten zum Stadtteil wegen Bauarbeiten gesperrt. Und ausgeschilderte Umleitungen ins Quartier gibt es nicht. Zudem wurde die Bushaltestelle Mohnhof verlegt, was alle Parkplätze an der Bergedorfer Straße kostete.

Selbst wer es auf Schleichwegen trotzdem mit seinem Auto ins Quartier schafft, wird bei der Stellplatzsuche bald kaum noch fündig. Denn der Neue Weg ist ab Mitte Juli für den Sielbau gesperrt. Deshalb muss die Einbahnstraßen-Regelung Am Pool aufgehoben werden, was auch dort fast alle Stellplätze kostet. Eine Situation, die dann laut Hamburg Wasser mindestens bis Ende November andauert.

Welche Folgen das hat, wurde „Dimi“ bereits gestern klar: „Statt 20 Mittagstisch-Gästen kam nur ein einziger. Wie soll ich das ein halbes Jahr lang durchhalten?“

Matthias Sobottka beantwortet die Frage für Hamburg Wasser mit einem Hinweis auf die Rechtslage: „Das Hamburgische Wegegesetz verpflichtet uns, Umsatzeinbußen auszugleichen, die durch unsere Arbeiten entstehen. Dafür müssen uns die Zahlen der vergangenen Jahre belegt und die aktuellen Umsätze gegengerechnet werden. Dann ist ein Ausgleich möglich.“

Hans-Helmut Willers hält das für eine sehr theoretische Absicherung der Betroffenen: „Dazu muss das ganze Zahlenwerk erst von teuren Fachleuten erstellt werden. Und alles ohne Garantie, dass es die nachträgliche Erstattung überhaupt gibt.“