Lärmgutachten

Anwohner genervt: Das Trafo-Häuschen brummt

Foto: BGZ / Anne Strickstrock / Strickstrock

Lohbrügge. Ein Trafohäuschen der Bahn raubt den Anwohnern der Johann-Meyer-Straße den letzten Nerv. Modernste Technik und eine zusätzliche Schallisolierung im sogenannten "Gleichrichtwerk" haben keine Verbesserung gebracht. Am Dienstag will die Bahn ihr Schall-Gutachten und weitere Maßnahmen vorstellen.

Endlich sind die vielen Busse in der Johann-Meyer-Straße verschwunden, und auch weniger Taxen fahren durch. Doch die Bewohner von Haus 56f sind noch immer reichlich genervt und klagen über Lärm: Ein vor eineinhalb Jahren errichtetes Transformatorenhäuschen der „Deutschen Bahn Energie GmbH“ brummt unentwegt – bei manchen der zwölf Wohnungen steht es nur 20 Meter vom Schlafzimmer entfernt, direkt am Fuß- und Radweg, der zur B5 führt.

„Die Bahn sagte vor sechs Monaten, der Lärm sei im Bereich des Aushaltens. Aber ich kann trotz Doppelverglasung kaum eine Nacht durchschlafen, bin immer abgespannt und schlapp“, ärgert sich Maria Petersen, die zudem gesundheitsgefährdenden Elektrosmog aus dem „Starkstrom-Kasten“ fürchtet. Gemeinsam mit ihrem Mann flüchtet die 77-Jährige aus der eigenen Wohnung: „Wir haben zwar wenig Geld, aber wir versuchen, oft wegzufahren, damit wir das Brummen nicht mehr hören müssen.“

Das geht ihrem Nachbarn Josef Weiß ähnlich: „Ich kann hier nicht entspannen, vor allem, weil das Brummen unregelmäßig ist“, erzählt der 49-Jährige, der es vermeidet, auf dem Balkon zu sitzen.

Verzweifelt baten die Nachbarn die Lawaetz-Stiftung um Hilfe – und Mitarbeiter Manuel Kienzler staunt über die „sehr kooperative Bahn“, die bereits eine Schallschutzdämmung eingebaut habe, im „Gleichrichtwerk“ – so der richtige Name – die neueste Technik verwende: „Aber die Grenzwerte können noch immer nicht eingehalten werden, der Lärm liegt außerhalb des gesetzlichen Rahmens.“

Nächsten Dienstag nun wollen DB-Vertreter die Ergebnisse ihres Schall-Gutachtens vorstellen und verraten, um wie viele Dezibel es sich handelt. Und gleichzeitig müssen die Techniker zugeben, noch keine Lösung gefunden zu haben. Als nächstes wollen sie einige technische Komponenten tauschen, denken auch über eine bauliche Veränderung nach. Details berichten sie den Anwohnern von 17 Uhr an im Büro der Lawaetz-Stiftung, Alte Holstenstraße 22-24.