Gedenken

Woche des Gedenkens an die NS-Verbrechen

Foto: Thomas Voigt / Voigt

Bergedorf. In der Zeit vom 13. bis zum 29. April widmen sich etwa 30 Vorträge, Lesungen, Ausstellungen, Aufführungen und Diskussionen einem Themenspektrum, das von der nationalsozialistischen Vergangenheit bis zu aktuellen Debatten um die Bekämpfung neonazistischer Aktivitäten reicht.

Mehr als 20 nicht nur antifaschistische Organisationen und Einrichtungen im Raum Bergedorf bitten gemeinsam zur „Woche des Gedenkens“ im Rahmen der 850-Jahr-Feierlichkeiten.

Unter der Federführung des Antifaschistischen Bündnisses Bergedorf (ABB) gedenken Vereine, Parteien, Begegnungs- und Kulturstätten, Gewerkschaften und Schulen der Nazi-Verbrechen und ihrer Opfer vor rund 70 Jahren.

Auftakt der Reihe ist am Freitag, 13. April, im Café Flop ein Gespräch mit dem heute 90-jährigen Widerstandskämpfer Hans Heisel. Er erzählt von seiner Entwicklung vom Mitläufer der Nazis zum Antifaschisten und Kommunisten unter dem Hitler-Regime. Beginn an der Wentorfer Straße 26 ist um 20 Uhr.

Am Sonnabend, 14. April, folgt um 14 Uhr der offizielle Auftakt der Gedenkwoche. In der Stadtteilschule Bergedorf am Ladenbeker Weg wird die Wanderausstellung „In Hamburg habe ich meine Jugend gelassen – Zwangsarbeit in Hamburg 1940-1945“ der KZ-Gedenkstätte eröffnet. Sie ist dann bis zum 29. April montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr geöffnet.

Zu den Höhepunkten der Reihe gehört zweifellos am Sonntag, 15. April, um 14 Uhr die Enthüllung eines Modells für den Zwangsarbeiter-Gedenkstein am Schleusengraben beim CCB-Fachmarktzentrum (Kampdeich). Das eigentliche Mahnmal soll in diesem Jahr errichtet werden.

Eine Lesung mit Bilderbuchkino für Kinder von vier bis acht Jahren bietet die Bücherhalle Bergedorf am Mittwoch, 18. April. Gezeigt und gelesen wird das Bilderbuch „Das Kind im Koffer“. Es ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der von KZ-Häftlingen bis zum Tag der Befreiung versteckt und so gerettet wird. Die Hamburger Autorin Doris Gercke liest am Dienstag, 24. April in der Stadtteilschule Bergedorf aus ihrem Buch „Pasewalk“.

Spannend verspricht auch ein Konzertabend mit Ester Bejarano zu werden, die einst im Mädchenorchester des KZ Auschwitz spielte. Im Kulturzentrum Lola an der Lohbrügger Landstraße 8 tritt die 88-jährige Akkordeonspielerin zusammen mit den Kölner Rappern „Microphone Mafia“ auf, deren Mitglieder als Migranten stets mit Rassismus konfrontiert waren. Beginn ist am Freitag, 27. April, 20 Uhr.

Das vollständige Gedenkwoche-Programm gibt es als Heft unter anderem in der Bücherhalle, in der Bergedorf-Information im Hasseturm und im „Unser Haus“ an der Wentorfer Straße 26, außerdem im Internet unter www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de .