Verkehrsplanung

Neue B5-Strecke soll Bergedorf leiser machen

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Bergedorf. Im Verkehrsausschuss des Bezirksamtes wird derzeit der Vorschlag einer Umgehungsstraße für Bergedorf diskutiert. Ein Dresdner Stadtplaner hatte vorgeschlagen, den Durchgangsverkehr auf der B5 über die A25 zu leiten. Hierdurch könnte der Verkehrslärm erheblich reduziert werden.

Eine Bundesstraße 5, die nicht durch Bergedorfs City, sondern von Osten auf der A25 bis zur Abfahrt Bergedorf und von dort weiter über Curslacker Neuer Deich und Sander Damm zur Bergedorfer Straße führt – einer solchen Planung sahen sich die merklich überraschten Mitglieder des Verkehrsausschusses in dieser Woche gegenübergestellt.

Präsentiert wurde das Denkmodell von Stadtplaner Martin Schöfler aus dem Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und –systeme (IVAS) in Dresden. Sein Institut hat den Auftrag, für Hamburg einen „Strategischen Lärmaktionsplan“ zu entwickeln mit dem Ziel, straßenverkehrsbedingte Lärmbelästigungen der Bürger zu mindern. Denn nach der EG-Umgebungslärmrichtlinie sind alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, Aktionspläne zur Regelung der Lärmprobleme und Lärmauswirkungen unter Mitwirkung der Öffentlichkeit zu erstellen. Ein zentraler Lärmaktionsplan für Hamburg ist bereits seit mehr als zwei Jahren geschrieben, in einem zweiten Schritt werden seitdem die Lärmprobleme auf der Ebene der Bezirke weiter behandelt.

Derzeit verläuft die B5-Trasse östlich von Bergedorf auf der A25, zweigt dann an der Abfahrt Curslack ab und führt durch Bergedorf nach Billstedt. „Die Kreuzungen Bergedorfer Straße/Vierlandenstraße und Mohnhof sind die lautesten Verkehrsknoten im gesamten Bezirk Bergedorf“, erklärte der Referent. Hier komme es auch nachts zu Geräuschpegeln von mehr als 65 Dezibel. Die beiden lärmneuralgischen Punkte könnten zumindest vom Durchgangsverkehr entlastet werden, wenn der B5-Verlauf sie umfährt. Der bereits überwiegend zweispurige Ausbau von Curslacker Neuer Deich und Sander Damm bietet nach Schöflers Worten diese Streckenführung geradezu an. Ein Vorteil dieser Lösung sei zudem, dass an den „verkehrlich stark überprägten“ Kreuzungen Mohnhof und Vierlandenstraße die dortigen Probleme des Einzelhandels gelindert würden.

„Die Idee einer neuen Ortsumgehung, die durch den Ort führt, hat einen gewissen Charme“, kommentierte Stefan Jersch für die Linken. Von der GAL-Fraktion kam die Frage, ob die Verschwenkung mit einem Durchfahrtsverbot für Lkw in Bergedorf verbunden wäre. „Das macht ebenso wie ein nächtliches Tempo-30-Limit nur Sinn, wenn es regelmäßig kontrolliert wird“, beschrieb Schöfler die Erfahrungen in Dresden. Nach seinen Worten wäre es effektiver, die bisherige B5 etwa durch eine extrem kurze Ampelphase an der Mohnhof-Kreuzung für Autofahrer unattraktiv zu machen.

Matthias Zaum (CDU) warf ein, der Sander Damm sei schon jetzt durch Auto- und Lkw-Verkehr belastet, Bauplanungen westlich vom Schleusengraben verschärften das Problem. „Wohin soll dann noch der B5-Verkehr?“

Einen Vorschlag, die B5 ganz auf die A25 und weiter über die A1 zur Abfahrt Billstedt zu führen, formulierte keiner der Politiker.