Haus im Park

Politclown Leo Bassi tritt bei Kabarettwochen auf

Bergedorf. Ende des Monats beginnen im Haus im Park die Kabarettwochen. Bereits im zehnten Jahr lädt das Theater bekannte Kabarettisten, Comedian und auch vielversprechende Newcomer auf die Bergedorfer Bühne. Schon so mancher, dessen Debut in Bergedorf gefeiert wurde, füllt mittlerweile große Hallen.

Es nähert sich die Halbzeit auf der Theaterbühne im Haus im Park. Und wer bis jetzt noch nicht gelacht hat, dem kann geholfen werden: Am 26. Januar beginnen die Bergedorfer Kabarettwochen und dürfen ein kleines Jubiläum feiern: „Mein Vorgänger Dr. Nikolaus Besch hat die Kabarettwochen vor zehn Jahren ins Leben gerufen“, sagt Gastspielmanager Peter Offergeld, der auch das Programm für die Hamburger Kammerspiele und das Altonaer Theater betreut. Für das Bergedorfer Comedy-Programm hat er diesmal wieder sieben Spitzen-Komiker engagieren können.

Eineinhalb Jahre lang hat Offergeld gebraucht, damit Leo Bassi, der sich „gefährlichster Clown der Welt“ nennt, an den Gäpelweg kommt. „Er ist ein politischer Clown und provoziert gern, indem er sich mal mit Honig übergießt oder mit Federn teert. Einmal hat er die Leute aufgefordert, Torten auf ein Bankinstitut zu werfen“, sagt Offergeld.

Bassi, der 1952 in New York als Spross einer italienisch-französischen Zirkusfamilie zur Welt kam, lebt in Spanien – und hat sich dort durch seiner Provokationen nicht nur Freunde gemacht: So konnte vor der Aufführung eines kirchenkritischen Stücks gerade noch ein Sprengstoffanschlag auf das Theater in Madrid vereitelt werden. Ein anderes Mal wandte sich Bassis Ärger gegen Thomas Gottschalk, der 8000 Karten nur an Deutsche verkauft hatte, um „Wetten dass…?“ in der Stierkampfarena in Palmas zu sehen. Der Clown verkleidete sich kurzerhand als Che Guevara und demonstrierte vor dem VIP-Eingang gegen die „deutsche Invasion“.

Leicht verständlich sei sein neues Programm „Utopia“, das auf Englisch vorgestellt wird. Bassi ist am 24. März im Haus im Park, vorher gastieren dort Dr. Stratmann (26. Januar), Vince Ebert (9. Februar), Lutz von Rosenberg Lipinsky (10. Februar) und Jürgen Becker, der sogar nach seiner Vorstellung am 28. Februar persönlich Kölsch ausschenken will, verrät Offergeld.

„Wann darf ich wieder nach Bergedorf kommen?“, hatte Mathias Richling gerade telefonisch angefragt. 2013 wird der Kabarettist wieder dabei sein, wie auch Wilfried Schmickler und Hagen Rether. „Manche waren schon hier, als sie noch keiner kannte. Hagen Rether füllt inzwischen die Laisz-Halle, kommt aber dennoch gern nach Bergedorf, wo wir nur gut 400 Plätze haben“, sagt Peter Offergeld, der sich von anderen Stars hingegen verabschieden musste: Eckard von Hirschhausen und Dieter Nuhr sind so bekannt geworden, dass sie mindestens tausend Zuhörer brauchen. Und Horst Schroth oder auch Jürgen von der Lippe sind eng an größere Häuser gebunden, „da gibt es so eine Art Bannmeile, dass die nicht in 30 Kilometer Entfernung nochmal auftreten dürfen“, sagt der Gastspielmanager.

Gleich fünfmal steht „Hamburg-Premiere“ im Programm der Kabarettwochen, und so sind auch die Stücke von Dieter Hildebrandt (25. März) und dem Kom(m)ödchen Düsseldorf (20. April) erstmalig in Bergedorf zu sehen. Alle Abende beginnen um 20 Uhr, Karten kosten zwischen 13 und 27 Euro, etwa beim Lichtwarck-Ausschuss an der Wentorfer Straße 30, Telefon 428912006. Bloß für Hildebrandt ist keine Karte mehr zu kriegen: restlos ausverkauft. Sein Programm heißt passenderweise „Ich kann doch auch nichts dafür“.