Großes Treffen

Morgen Nagelprobe für Bergedorfs Stadtmanager

Initiative "Bürger für Bergedorf": Michael Solscher, Lutz Müller, Hans-Helmut Willers.

Initiative "Bürger für Bergedorf": Michael Solscher, Lutz Müller, Hans-Helmut Willers.

Foto: Ulf-Peter Busse

Bergedorfs Wirtschaftsverband lädt zum „Forum für die Bergedorfer City“. Initiatoren hoffen auf Einigkeit und eine konkrete Strategie.

Bergedorf. Ein Besuch in Stade hat die Initiatoren des Bergedorfer Stadtmanagement-Projekts begeistert: „Der dortigen Citymanagerin Sophie Hagebölling sind 21 Mitarbeiter zugeordnet, darunter allein fünf Wirtschaftsförderer, zehn Mitarbeiter in der Tourist-Information, ferner Veranstaltungsplaner und viele weitere Bereiche“, sagt Hans-Helmut Willers nach einem Gespräch mit ihr am Montag.

Das sei viel Personal für eine 50.000-Einwohner-Stadt, „aber die leistet sich das, weil es offenbar sehr erfolgreich für Stades Image und seine Zukunft wirkt“. Für Willers und seinen Kollegen Michael Solscher vom Initiatoren-Kreis seht fest: „Im zweieinhalb Mal so großen Bergedorf könnte ein so aufgestelltes Stadtmanagement sehr viel bewirken. Aber wir verfügen nur über eine einzige Wirtschaftsförderin im Bezirksamt. Bleibt das so, verschenkt Bergedorf die Chance auf eine eigenständige Entwicklung in der Metropole Hamburg und ein wichtiges Stück Zukunft.“

Mittwoch startet „Forum für die Bergedorfer Citiy“

Damit sich das ändert, haben Willers, Solscher und CCB-Manager Lutz Müller in den vergangenen drei Monaten in Wirtschaft, Politik und beim Bezirksamt viel Überzeugungsarbeit für den Aufbau eines Bergedorfer Stadtmanagements geleistet. Das Ziel ihrer Initiative mit dem Namen „Bürger für Bergedorf“: Bis Mitte 2021 soll der Fahrplan stehen, wie und wann ein Stadtmanager samt Spezialisten-Team für zehn Jahre seine Arbeit beginnen kann. Bis zu 3,5 Millionen Euro soll das kosten, weitere 50 Millionen Euro will das Management für seine Projekte aus Bundes- und EU-Fördertöpfen einwerben.

Der nächste wichtige Schritt dorthin soll morgen gelingen: Bergedorfs Wirtschaftsverband WSB lädt zum „Forum für die Bergedorfer City“ ins Haus im Park. Das Ziel: Initiativen wie „Bürger für Bergedorf“ und die Grundeigentümer-Zusammenschlüsse BID Sachsentor und BID Alte Holstenstraße stecken mit Handelskammer, WSB, Hamburgs Gebietsentwickler Steg und dem Bezirksamt eine Strategie zur Zukunft der Innenstadt samt eines ersten Handlungskonzeptes ab.

Stadtmanager muss für den ganzen Bezirk wirken

„Wenn es dort gelingt, möglichst konkret zu werden und mit einer Stimme zu sprechen, können wir als nächstes an den Senat herantreten“, sagt Michael Solscher. „Wir müssen zügig vorankommen, allein schon, um Bergedorfs Zukunft nach dem Karstadt-Aus im Frühjahr plus weiter wachsender Internet-Konkurrenz anzugehen.“

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Ob dazu der Vorstoß von Bezirksamtsleiter Arne Dornquast taugt, die Bergedorfer City zum Fördergebiet der Hamburger Rise-Stadtteilentwicklung zu machen, soll ebenfalls diskutiert werden. Solscher: „Da steckt viel Fördergeld drin, das dann aber auf die Innenstadt begrenzt ist. Der Stadtmanager muss für den ganzen Bezirk wirken. Zudem braucht der Genehmigungsprozess bis zu drei Jahre. Das ist angesichts der Probleme zu viel Zeit.“