Corona-Lockerungen

Bergedorfs Theater will im Herbst wieder spielen

Das Theaterstück „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ gab es im Februar im Theater Haus im Park zu sehen.

Das Theaterstück „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ gab es im Februar im Theater Haus im Park zu sehen.

Foto: G2 Baraniak

Im Haus im Park in Bergedorf dürfen nur 109 Plätze besetzt werden. Veranstalter stehen vor Problemen, wollen aber wieder loslegen.

Bergedorf.  Ob drinnen oder draußen, mit oder ohne Alkoholausschank: Ein Abstand von 1,50 Metern muss bleiben. Gerade sind Lockerungen für Hamburgs Kulturbetriebe beschlossen, kribbelt es Musikern und Schauspielern wieder in den Fingern. „Wir werden alles dransetzen, bald spielen zu können. Jedenfalls ist es hundertprozentig sicher, dass es einen Spielplan für das Theater Haus im Park geben wird“, kündigt Gastspielmanager Peter Offergeld an. Allein: Wann, was und wie genau, müsse noch geklärt werden.

Wird Kabarettist Christian Ehring wie geplant die Saison am 3. Oktober am Gräpelweg eröffnen? „Wir dürfen von den 469 Plätzen nur 109 besetzen. Jetzt müssen wir abklopfen, welche Künstler zu welchen Bedingungen noch mitmachen“, sagt Offergeld und ahnt etwa, dass der Aufwand für eine Gitte Haenning samt Band zu groß wäre.

Kulturzentrum Lola ist bis zum 2. August geschlossen

Außerdem müsse noch ein System überlegt werden, um den Abonnenten gute Alternativen bieten zu können. „Organisierte Geduld“ sei das Stichwort der Stunde, schließlich, so Offergeld, wolle man nicht alle erdachten Szenarien in zwei Wochen wieder umwerfen müssen.

Ähnlich sieht es Petra Niemeyer vom Kulturzentrum Lola, das bis zum 2. August an der Lohbrügger Landstraße geschlossen bleibt: „In der Sommerpause werden wir in Ruhe abwarten, ob es wieder eine neue Verordnung gibt oder die zweite Corona-Welle.“

Heute indes trifft sie sich mit einem Hygieneschutzberater und macht eine erste Stellprobe: „Nach den Abstandsregeln dürften derzeit nur 40 Leute in unseren Saal. So könnte hier keiner etwas verdienen. Also freuen wir uns nur verhalten und müssen rechnen, welches Defizit wir uns leisten können, mit wie vielen Miesen wir in die zweite Jahreshälfte gehen.“

Ab September möglicherweise ein reduziertes Programm

Weitere Dinge müssen bedacht werden: Gäbe es Hybrid-Veranstaltungen, also eine Mischung aus Live- und Stream-Konzerten – was wären die Leute bereit, dafür zu bezahlen? Ginge das vielleicht nur über Spenden?

„Ich überlege schon, ob ich den Vorverkauf für den Herbst stoppen soll, da ich nicht weiß, ob ich die angekündigten Preise halten kann“, meint Niemeyer: „Also wenn überhaupt, dann wird es ab September ein sehr reduziertes Programm geben.“

BeLaMi: Lesung im Biergarten denkbar

Auch Mike Weil von der Kulturkneipe BeLaMi will „kein fettes Bußgeld riskieren“, daher sehe er für Musikkonzerte derzeit keine Chance – allein der Atmosphäre zuliebe: „Wer will denn auf der Bühne stehen und mit großem Abstand auf vereinzelte Tische gucken? Da würde eine Hutkasse bei Weitem nicht reichen, müsste ich für bessere Bands einen Betrag drauflegen“, kalkuliert der Wirt. Wohl aber könne er sich mal wieder eine kleine Lesung im Biergarten denken.

Die neuen Lockerungen helfen auch nicht den Bergedorfer Schlosskonzerten, so Organisator Helmuth Sturmhoebel: „Bei maximal sieben zahlenden Gästen im Saal und 15 auf dem Hof lassen sich keine Konzerte finanzieren. Daher haben wir alles für 2020 abgesagt.“