Innenstadtverdichtung

"Gartencity" mit 100 Wohnungen und Tiefgarage

Die Grünfläche in der Innenstadt soll unter dem Namen „Gartencity“ zum Wohnquartier zwischen Buntenskamp und Schillerstraße entwickelt werden.

Die Grünfläche in der Innenstadt soll unter dem Namen „Gartencity“ zum Wohnquartier zwischen Buntenskamp und Schillerstraße entwickelt werden.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. 100 Wohnungen, 20 Prozent sozial gefördert, eine Tiefgarage – darauf haben sich die Politiker für die „Gartencity“ geeinigt.

Geesthacht. Maximal 100 Wohnungen, davon 20 Prozent im sozial geförderten Wohnungsbau, und außerdem eine Tiefgarage – Geesthachts Politiker einigten sich im Planungsausschuss jetzt auf eine maximale Bebauung und einige einschränkende Rahmenbedingungen für die „Gartencity“.

So werden die Pläne für das Gebiet zwischen Schillerstraße und Buntenskamp genannt. Auf potenzielle Investoren könnten die Festsetzungen im Bebauungsplan abschreckend wirken, denn die Tiefgarage macht das Vorhaben teuer, 100 Wohneinheiten gelten als zu aufwendig für die innerstädtische Fläche, und der soziale Wohnungsbau erscheint wenig lukrativ.

Deutliche Verdichtung positiv für Innenstadt-Entwicklung

„Ob sich ein Bauvorhaben für uns unter diesen Rahmenbedingungen rechnet, kann man auf Grundlage dieser knappen Daten noch nicht sagen“, erklärte gestern Jan Kramer (Labor Kramer), der mit der Grundstücksgesellschaft des Labors einer der größten Grundbesitzer in dem Quartier ist. Kramer: „Eine deutliche Verdichtung im Umfeld des Kultur- und Ärztezentrums von Geesthacht wäre sicher gut, um weitere Entwicklungen in der Innenstadt anzuschieben.“

Welchen Grad der Nachverdichtung das Quartier zwischen Buntenskamp und Schillerstraße verträgt, darüber diskutieren Geesthachts Politiker schon seit Jahren. Denn statt auf der grünen Wiese Neubaugebiete auszuweisen, genießt die Verdichtung von freien Flächen im Stadtgebiet Priorität. Damit tut sich die Politik allerdings schwer. So auch beim Projekt „Gartencity“.

Stadtplanung braucht Vorgaben der Politik

Stadtplanerin Iris Stellwag hatte für die Politiker im Planungsausschuss bereits 2014 drei Varianten der Bebauung des 1,5 Hektar großen Geländes erarbeitet, über die beraten werden sollte. Die Entwürfe landeten in den Fraktionen. Das Spektrum reicht von einer lockeren Bebauung mit etwa 85 Wohnungen, über 130 Wohnungen bis hin zu 170 Wohnungen.

Je nach Dichte der Bebauung würde das verbleibende Grün auf 4500 Quadratmeter oder aber nur auf einen schmalen Grünpfad schrumpfen. „Wir brauchen von Ihnen eine Richtung, um eine Basis für unsere weitere Bearbeitung des B-Plans zu haben“, wandte sich Iris Stellwag jetzt im Fachausschuss erneut an die Politiker.

Wohnraum im Wettstreit mit Grünflächen

Die CDU sprach sich für maximal 100 Wohnungen aus, weil sie möglichst viel Grünfläche erhalten möchte. Die Grünen schlossen sich dem an. SPD und FDP wollten eine dichtere Bebauung, um viel Wohnraum zu schaffen. Außerdem beantragte SPD-Fraktionschefin Kathrin Wagner-Bockey einen Anteil von 20 Prozent Sozialwohnungen. „Das halten wir für vertretbar“, erklärte sie. „Wenn wir zu wenig Wohneinheiten zulassen, wird das Projekt so teuer, dass es sich nicht mehr lohnen wird“, sprach Sybille Kircher (FDP) eine Befürchtung aus. „Verdichtung ist gut, aber wir müssen auch Lebensqualität bieten“, warb Thomas Markwart (CDU) bereits während früherer Beratungen zur Zurückhaltung.

Der jetzt ausgehandelte Kompromiss lässt je nach Variante 13, 15 oder 17 neue mehrgeschossige Gebäude zu.