Die Liedtexte schreibt er mit Herzblut

Von Lena Diekmann

Kirchwerder.
Sein Herz und seine Hände geben seiner Zunge die Lieder zum Singen: So beschreibt Pelle Riedel seine Musik. Aus dieser Beschreibung wird deutlich, worauf der junge Liedermacher aus Kirchwerder ganz besonders viel Wert legt: auf seine Texte. Doch eines ist ihm leider mittlerweile schmerzlich bewusst geworden: "Die meisten Leute achten nicht auf den Text", sagt er.

Dabei lohnt es sich doch, mal genau hinzuhören, wenn Pelle Riedel gemeinsam mit seinen Freunden Vincent Straube und Nils Pohl - oder auch mal ganz allein auf der Bühne steht. Dann spielt der 23-Jährige auf der Akustikgitarre und singt von Liebe, Kritik am politischen System, oder er lässt auch mal seinen Glauben miteinfließen. Schon seit Jahren ist er aktiv in der Neuengammer Gemeinde und betreut Jugendfreizeiten.

Die englischen Texte stammen alle aus seiner Feder. Sie verfasst er zuerst als Gedicht, um danach die Musik zu entwickeln, die den Text trägt. "Die meiste Mühe liegt darin, eine Problematik oder Gefühl zu vermitteln", sagt Pelle Riedel.

Schon in Jugendtagen hatte er eine Affinität zu Musik. Allerdings blieb die erste Kindergitarre, die er mit sechs Jahren geschenkt bekam, erst mal ungespielt in der Ecke stehen. Das änderte sich, als er fünf Jahre später gemeinsam mit seinem Vater eine alte Akustikgitarre wieder fit machte. Neben einem Satz Gitarrensaiten gab es im Musikladen auch ein Songbook von Johnny Cash. Da die Stücke des legendären US-Countrysängers für den Einstieg dann doch zu schwer waren, gab es noch ein Buch mit Liedern der deutschen Punkrocker "Die Ärzte" dazu.

Bald darauf gründete er seine erste Band. "Die Bandmitglieder habe ich alle beim Skaten Auf dem Sülzbrack kennengelernt", erzählt Riedel. Doch seine selbstgeschriebenen Songs waren den anderen bald zu ruhig und zu folkig.

Den passenden musikalischen Gefährten für die sanften Töne fand Pelle Riedel schließlich in Vincent Straube in der Oberstufe des Luisengymnasiums. Zunächst hatte Riedel die Schule in Kirchwerder mit dem Hauptschulabschluss verlassen. Danach setzte er seine schulische Laufbahn mit dem Realschulabschluss in Wandsbek fort, um danach das Abitur anzusteuern. Ganz bewusst entschied er sich dabei für das "Lui". "Wegen des Musikprofils", sagt Pelle Riedel. Da er bis dahin weder Noten lesen konnte, noch Ahnung von Harmonielehre hatte, hegte so mancher Lehrer Zweifel daran. Doch Pelle Riedel belehrte sie eines Besseren.

Nach bestandenem Abitur studiert er nun seit dem Wintersemester 2012 an der Universität Hamburg Geschichte und Englisch auf Lehramt, ist dafür näher zur S-Bahn aus Vierlanden nach Bergedorf gezogen. Noch weiter in die City soll es für den 23-Jährigen aber nicht gehen: "Altona, Schanze oder Eimsbüttel - ist ja alles schön. Doch ich würde mich dort gefangen fühlen. Ich brauche die weite Natur in der Nähe", sagt er.

Musik von Pelle Riedel gibt es im Internet unter: