Feuerwerk der Barockmusik

Allermöhe
(gb).
Ein wahres Feuerwerk der Barockmusik entfachte das neunköpfige, international besetzte Ensemble beim Gastspiel der Bergedorfer Musiktage in der Allermöher Dreieinigkeitskirche. Mit "Virtuose Barockmusik" überschrieben, zogen die Musiker die rund 50 Zuhörer von den ersten Takten an in ihren Bann - mit prickelnd interpretiertem "Einzug der Königin von Saba" aus dem Oratorium "Salomon" von Händel. Als dessen Arie "Ombra mai fu" (Largo) aus "Xerxes" erklang, wunderbar von dem amerikanischen Tenor Michael Connaire gesungen, folgte der erste Beifall, der im weiteren Verlauf des Abends eher störend wirkte, als das begeisterte Publikum die dreisätzigen Barockkonzerte von Vivaldi und Bach zerklatschte.

Das Ensemble, vorwiegend aus Mitgliedern vom NDR-Sinfonieorchester und der Hamburgischen Staatsoper zusammengesetzt, zeigte mit gekonnten Interpretationen die unglaubliche Vielfalt und Aussagekraft der Barockmusik. Der musizierende Kardiologie-Professor Detlef Mathey interpretierte meisterhaft das Flötenkonzert "Il Cardellino" von Vivaldi. Rumänien traf auf Südafrika als Ruxandra Klein und Paulus van der Merwe, beide vom NDR-Orchester, als Solisten das Doppelkonzert c-Moll für Violine, Oboe und Orchester von Bach (BWV 1060) spielten. Kleinste Besetzung, feinste Interpretation, schwungvoll die schnellen Ecksätze, schnörkellos und doch gefühlvoll der 2. Satz (Largo). Herrlich handgemachte, mitreißende Bach-Musik.

Michael Connaire und Detlef Mathey brillierten auch im zweiten Teil des Abends als souveräne Interpreten. Connaire mit Arien von Händel und Henry Purcell, Mathey mit Paulus van der Merwe in der spätromantischen Beilage "A Fugal Concerto" für Flöte, Oboe und Orchester von Gustav Holst. Teils melancholisch, teils fulminant der Ausklang: die Triosonate "La Folia" von Vivaldi. Venezianische Salonmusik vom Feinsten, virtuos geschmettert, allen voran vom NDR-Konzertmeister Florin Paul und NDR-Cellisten Valentin Priebus. Den Löwenanteil am gesamten Programm hatte Moshe Landsberg. Der aus Israel stammende Pianist und Begleiter an der Staatsoper und Hamburger Musikhochschule meisterte in allen Werken den Continuo-Part am Cembalo.