Billwerder

Vereine brauchen eine Ballsporthalle

Mittlerer Landweg: CDU und Die Linke plädieren für Neubau oder Behebung des Brandschadens

Politik, Verwaltung und Schulbau Hamburg haben unterschiedliche Vorstellungen von einer neuen Sporthalle für die Schule Mittlerer Landweg. Nachdem die alte Halle im Oktober 2013 durch ein Feuer stark beschädigt worden war, müssen sowohl die Schüler als auch drei Sportvereine improvisieren (wir berichteten). Die CDU und Die Linke wollen in der Bezirksversammlung am Donnerstag, 25. September, einen Antrag auf "Wiederherstellung einer Einfeldsporthalle" stellen.

Diesen Antrag setzen die Politiker den Planungen von Schulbau Hamburg entgegen. Denn danach soll die beschädigte, 1978 erbaute Halle abgerissen und durch eine neue, deutlich kleinere Gymnastikhalle (200 Quadratmeter) auf dem Schulgelände ersetzt werden. Das frei werdende Gelände, das dann nicht mehr benötigt wird, soll für Wohnungsbau verkauft werden.

Sollte dieses Vorhaben umgesetzt werden, wären die Vereine - Billwärder Turnverein, Eisenbahner Turn- und Sportverein (ETSV) und der Sportverein Nettelnburg-Allermöhe (SVA) - "angeschmiert", betont auch Fred Osterhage, Leiter des Sportreferats im Bergedorfer Bezirksamt. Denn die Sportler brauchen eine Halle, in der sie Fußball spielen können. Dies wäre in einer Gymnastikhalle nicht möglich. Derzeit müssen die Vereine ihr Angebot einschränken und auf Notlösungen ausweichen (etwa das Kulturheim) oder sich teuer Zeiten in Sportzentren sichern. "Wir brauchen dringend wieder eine Ballspielhalle", sagt Horst Rettiek, Vorsitzender vom Billwärder Turnverein. Fred Osterhage hatte Schulbau Hamburg vorgeschlagen, zwar die Gymnastikhalle zu bauen, aber die beschädigte Halle nicht abzureißen. Letztere könnte den Vereinen überlassen werden, dadurch spare die Stadt Abbruchkosten. An den Sanierungs- und Erhaltungskosten müssten sich die Vereine aber maßgeblich beteiligen.

Die Mitglieder des Fachausschusses für Sport und Bildung, denen Osterhage seine Idee ebenfalls vorstellte, sind skeptisch. Sie gehen davon aus, dass Schulbau Hamburg nicht auf den Verkauf des Grundstücks für Wohnungsbau verzichten wird. Jürgen von Witte (CDU) führt ein weiteres Argument an: "Wie sollen die Sportvereine sich eine kostspielige Sanierung der Halle leisten können?" Dem räume er "keine Chance" ein, sagt der Politiker, der sich ebenfalls dafür einsetzt, dass am Mittleren Landweg wieder Hallen-Fußball gespielt werden kann. Deshalb hat er den Antrag an die Bezirksversammlung initiiert. Darin wird die Instandsetzung der alten Halle oder ein Neubau am gleichen Standort gefordert. Geld dafür sei genug vorhanden. "Laut Feuerkassenwert beträgt der Schaden eine Million Euro", heißt es in dem Antrag.

Das Vorhaben, die jetzige Hallenfläche für Wohnungsbau zu nutzen, sei laut von Witte sowieso nicht legitim. "Im Regionalausschuss wurde bereits 2011 beschlossen, nördlich vom Mittleren Landweg keine dichtere Bebauung zuzulassen, weil sonst der Landschaftsraum unterbrochen würde", sagt der Politiker.

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