Bergedorf

Historische Häuser bekennen Farbe

Denkmale: Palette reicht von Barockzierde im Malermuseum bis zu farbigen Dreiecken in der Gedenkstätte

Bei den Tagen des offenen Denkmals, 12. bis 14. September, dreht sich alles um das Motto "Farbe".

Es ist dem Deutschen Maler- und Lackierer-Museum im Billwerder Glockenhaus am Billwerder Billdeich 72 wie auf den Leib geschrieben (geöffnet Sonnabend und Sonntag von 12 bis 17 Uhr). Das um 1600 erbaute Glockenhaus hat einiges fürs Auge zu bieten. Denn in den Räumen wird die 800-jährige Geschichte des Malerhandwerks mit entsprechenden Arbeiten, Maschinen und Werkzeugen dokumentiert. Die barocke Deckenbemalung im Obergeschoss stammt aus der Zeit um 1630, die Dekorationsmalerei im Erdgeschoss ist der Gestaltung um 1780 nachempfunden. Die gegenüberliegende Strohdachscheune aus dem Jahr 1649 steht ebenfalls unter Denkmalschutz.

Erst vor wenigen Jahren wiederentdeckte, umfangreiche Malereien sind auch im Hufnerhaus beim Boberger Reitverein am Billwerder Billdeich 256 zu bewundern (Geöffnet Sonnabend und Sonntag, 11 bis 17 Uhr). Das Landhaus aus dem 17. Jahrhundert steht seit 2009 unter Denkmalschutz und beherbergt unter anderem ein Café. Anders als im allgemeinen Programm angegeben, müssen sich Interessierte nicht zu den Führungen am Sonnabend und Sonntag, 11 und 15 Uhr, anmelden. Auch der Reitstall kann besichtigt werden.

Stilvoll können Besucher zu Glockenhaus und Hufnerhaus gelangen: Der rote Oldtimer-Bus "Büssing Präsident 14" , Baujahr 1964, der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein pendelt am Sonnabend zwischen der S-Bahnhaltestelle Mittlerer Landweg (Abfahrt stündlich 11.31 bis 16.31 Uhr) und der U-Bahn-Haltestelle Billstedt (11.52 bis 16.52 Uhr). Am Sonntag fährt der Oldie jeweils im Anschluss an die historische S-Bahn ab Haltestelle Mittlerer Landweg: 11.13, 11.43, 12.43, 13.13, 14.13, 14.43,15.43 und 16.13 Uhr. Ab Maler- und Lackierermuseum (über Hufnerhaus): 11.21,12.21, 12.51, 13.51, 14.21, 15.21, 15.51 und 16.51 Uhr.

In Vierlanden beteiligen sich das Zollenspieker Fährhaus, die KZ-Gedenkstätte Neuengamme und das Rieck-Haus am Tag des offnen Denkmals. Das Zollenspieker Fährhaus (Zollenspieker Hauptdeich, Sonntag 10 bis 21 Uhr) ist seit 1252 urkundlich belegt. Architekt Helmut Schlingemann und Geschäftsführer Oliver Kahle führen am Sonntag um 10.30 Uhr und 14.30 Uhr durch Hamburgs ältestes Baudenkmal und das 2012 eröffnete Vier-Sterne-Hotel. Wer sich bis zum 11. September anmeldet, kann sich mittags ein "Denk-Mahl" servieren lassen (Telefon 040/ 793 13 30). Um 11.30 Uhr wird die Ausstellung "Das Zollenspieker Fährhaus in Farbbildern aus verschiedenen Jahrhunderten" eröffnet.

Das Motto Farbe wird auch in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme aufgegriffen (Jean-Dolidier-Weg, Sonnabend und Sonntag 12 bis 19 Uhr). 100 000 Menschen aus ganz Europa wurden in den Jahren 1938 bis 1945 von SS und Gestapo ins KZ Neuengamme deportiert. Mit farbigen Dreiecken ("Winkel") an ihrer Kleidung wurden sie Häftlingskategorien zugeordnet. Um sie geht es bei den Führungen "Häftlinge mit dem roten Winkel" (Sonnabend, 14 Uhr, Haupteingang), "Vernachlässigte Opfergruppen. Die Häftlinge mit dem schwarzen und dem grünen Winkel" (Sonnabend, 16 Uhr, Haupteingang) und die "Häftlinge mit dem rosa Winkel" (Sonntag, 14 Uhr, Haus des Gedenkens).

"Fahrten ins Blaue" führen mit dem Ewer über die Dove-Elbe zum Rieck-Haus (Curslacker Deich 284, Sonnabend und Sonntag 10 bis 17 Uhr). Es stammt aus der Zeit um 1530. Zum Freilichtmuseum gehören zudem Scheune, Backhaus, Haubarg und Feldentwässerungsmühle.

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