Allermöhe

Praller, neuer Kirchenführer zum Jubiläum

Dreieinigkeitskirche feiert 400 Jahre

Die Dreieinigkeitskirche Allermöhe-Reitbrook wird im kommenden Jahr 400 Jahre alt. Das ist nicht nur ein Grund, ausgiebig zu feiern und auf den Tag genau 400 Jahre nach der Einweihungspredigt am 2. Februar 1614 erneut zu Maria Lichtmess einen Festgottesdienst abzuhalten. Das große Jubiläum ist auch willkommener Anlass, einen neuen Kirchenführer zu gestalten.

"Für mich gibt es in der Umgebung drei Leuchtturmkirchen: Altengamme mit den Intarsien und Hutständern, Lohbrügge mit den Buntglasfenstern und eben Allermöhe mit dem Baxmann-Altar", schwärmt Gerd Hoffmann, der gemeinsam mit Hans-Jürgen Preuß das neue Heft im Wesentlichen mitgestaltet hat. Zum Team gehören außerdem Erhard Lesemann, Sven Lundius, Hartmut Schulz, Peter Rathmann und Volker Schübel. Sie stehen kurz vor der Vollendung des 40 Seiten starken Werks, das eine Fülle aufbereiteter und neuer Informationen über die Kirche und ihre Umgebung enthält. Pünktlich zum Beginn des Jubeljahrs im Februar 2014 soll die 2500 Exemplare starke Auflage verkaufsfertig sein. Der Einzelpreis wird bei 5 Euro liegen.

Seit Mitte 2012 trifft sich der Jubiläumsausschuss regelmäßig, um für den bisherigen 14-seitigen Kirchenführer einen Nachfolger zu erstellen, der die Kirche auch als Kulturgut und Hort mannigfaltiger Kunst begreift. Anders als die Broschüre von 1989 ist das neue Heft durchgehend farbig gestaltet.

Hein Baxmann, das Feuer am 27. Juni 1900, die Glocken, Orgeln und die Maler der Kirche - hinter allen Stichworten stehen spannende Geschichten. Außerdem wird der Wandel der Landschaft beschrieben, etwa der Weg von "Anremuthe" zu Allermöhe samt Gewerbegebiet, oder der Weg von "Ragit" über das zu Reinbek gehörende Klosterdorf bis zum heutigen Reitbrook.

Alte und neue Fotos lassen Vergleiche zu und bestätigen, wie behutsam die Dreieinigkeitskirche immer wieder renoviert wurde und wird. Natürlich ist auch ihr Vorgänger, die Petruskirche, erwähnt. Sie stand schon 300 Jahre zuvor an gleicher Stelle. Letzte Zeugnisse dieser Zeit sind der Holz-Glockenturm, als ältestes Gebäude der Marschlande, die Glocke "Osanna" von 1483, einige Grabsteine und ein vergoldeter Abendmahlskelch.

Nicht zuletzt bietet das Heft kleine Anekdoten. So soll der letzte Landvogt Hermann Odemann (1855-1937) seinen Amtsdegen lieber hinter Eichenschränken versteckt haben, als ihn bei feierlichen Anlässen zu tragen. Entsprechend ermahnt meinte er: "Och, Herr Senator! Wir sind hier auf'm Lande nich so doll för son Krom."

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