Wohnprojekt

Rieges Gasthof Leben einhauchen

Wohnprojekt: 45 Menschen wollen das Gebäude umbauen und in ein Mehrgenerationenhaus ziehen

Zudem soll auf der Parkfläche neben dem Schützenhaus ein Mehrfamilienhaus mit sechs bis acht Wohneinheiten entstehen. Der alte Gasthof-Saal soll teilweise erhalten bleiben.

Fünf Angebote lagen der Finanzbehörde vor, als sie im vergangenen Herbst das Traditionshaus erneut zum Verkauf anbot - zum dritten Mal nach 2007 und 2009. Den Zuschlag erhielt das Wohnprojekt. Die Menschen aus Hamburg und Umgebung haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen, der sich "Wohnprojekt Stadt Land Fluss" nennt. Am kommenden Dienstag, 19 Uhr, wollen sie in dem ehemaligen Gasthof alle Interessierten über ihr Projekt informieren.

"Wir wollen das seit Jahren leer stehende und vom Verfall bedrohte Traditionshaus sanieren und neu beleben", sagt Vereinsmitglied Anna Meins. Die 31-Jährige lebt in Billwerder, möchte mit ihrem Mann Ingo (41) und zwei Kindern nach Ochsenwerder ziehen.

Das Gebäude und die Fläche um Rieges Gasthof böten Platz für rund 15 Wohneinheiten, Gemeinschaftsräume, Hof und Garten, berichtet Anna Meins. Geplant seien etwa 1400 Quadratmeter genossenschaftlicher Wohnraum und 400 Quadratmeter Gemeinschaftsräume. Zu diesem Zweck sollen die alten Kneipenräume und ein Teil des Saals umgebaut werden.

Der andere, zur Straße hin gelegene Teil des Saals soll in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. "Diesen Raum möchten wir zusammen mit den ehemaligen Bürgerräumen weiterhin für Veranstaltungen und Interessierte öffnen", sagt die 31-Jährige. So soll das Dorfzentrum neu belebt, der Gasthof vor dem Verfall bewahrt werden. Anna Meins: "Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten."

Mit seinem Gebot und Konzept hat die Gruppe die Ausschreibung gewonnen. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen berät nun mit der Kommission für Bodenordnung, die über den Verkauf der städtischen Immobilie entscheidet, über die genaue vertragliche Ausgestaltung. Nach Vertragsunterzeichnung wird dem Verein das Gebäude für ein Jahr an die Hand gegeben. Für diese Zeit hat der Kaufinteressent gegen einen geringen Prozentsatz des Kaufpreises eine garantierte Option auf das Gebäude und kann alle erforderlichen Planungen vorbereiten. Andererseits besteht für ihn keine Verpflichtung, die Immobilie nach diesem Jahr auch abzunehmen. Bei den baulichen Veränderungen in Ochsenwerders Dorfmitte hat zudem das Bergedorfer Bezirksamt mitzureden.