Enduro

Mit viel Geschick durchs Gelände

Kirchwerder. Ihre Schwester Tina tummelte sich bereits in der Königsklasse, startete dreimal in Folge - 2009 bis 2011 - mit ihrem Motorrad bei der Rallye Dakar, die zu dem Zeitpunkt schon nach Südamerika verlegt worden war.

Aber auch die jüngere der Meier-Schwestern, Marion, ist begeisterte Offroad-Fahrerin. In diesem Jahr meldete sich die 38-Jährige zum ersten Mal zu einer Amateur-Rennserie an, dem Offroadscramble, und absolvierte sechs der insgesamt sieben Enduro-Rennen à zwei Stunden. "Mein Ziel war nur: Ich möchte nicht auf dem letzten Platz landen", sagt sie. Davon kann auch keine Rede sein. In der Damenklasse schaffte es Marion Meier auf den zweiten Platz unter elf Teilnehmerinnen. In der Gesamtwertung erreichte sie Platz 24 von 398 eingeschriebenen Fahrern.

Die beiden Schwestern haben gemeinsam mit dem Motorradfahren begonnen - inspiriert von Vater Tomas und den Erzählungen über Urgroßoma Hertha, die um 1930 schon mit ihrer BMW durch die Gegend raste. Seit 1995 ist die Inhaberin des Bootsverleihs an der Heinrich-Osterath-Straße ständig im Besitz einer Enduro. Die aktuelle Maschine mit 390 Kubikzentimetern Hubraum und 40 PS stammt von Husaberg und ist drei Jahre alt. "Anfangs war ich auch auf der Straße unterwegs, das ist mir aber zu gefährlich geworden", sagt sie. So fährt sie seit 2004 ausschließlich Rennen, bislang allerdings nur als Gast. "Wenn ich mich da hinlege, hab' ich selber Schuld, dann hab' ich einen Fahrfehler gemacht." Der passiert der routinierten Offroad-Fahrerin aber nur selten. Zudem passt sie gut auf sich auf. Schließlich gibt es Max, ihren sechsjährigen Sohn.

Der Junge sowie der Bootsverleih und -verkauf sind auch der Grund, warum Marion Meier nicht wie ihre Schwester Tina Rallyes fährt, die sich über Wochen hinziehen. "Arbeitsbedingt habe ich maximal ein Wochenende Zeit", sagt sie. Das erste Rennen war im März im schleswig-holsteinischen Idstedt - Ergebnis: Platz zwei. "Das motivierte mich dranzubleiben, die Serie zu Ende zu fahren." Es folgten Wettkämpfe in Gröningen bei Magdeburg, Dolle bei Salzwedel, Uelzen, Plate bei Schwerin, im schleswig-holsteinischen Lägerdorf und im dänischen Søgaard. Hier saß - oder richtiger: stand - Marion Meier sogar knapp drei Stunden auf dem Bock. "Das ist ganz schön anstrengend. Aber Boote tragen und den ganzen Tag hin- und herlaufen sorgen für genügend Kondition", sagt sie und lacht.

Es ist die Kombination aus Ausdauer und Geschicklichkeit, die die 38-Jährige besonders reizt. Mal geht's einen 40 Meter hohen Berg hinauf, nach dessen Kuppe entsprechend steil wieder hinunter. Ein anderes Mal gilt es, möglichst ohne Sturz ein Schlammfeld zu durchqueren, oder es warten kühne Sprünge über Holzstämme und Reifen auf die Teilnehmer. "Die sportliche Herausforderung gefällt mir, sich mit anderen zu messen", sagt Marion Meier, die früher mit ihrer Stute "Baby" zahlreiche Rallyes gewann und "mit den Schleifchen die Wände tapezieren könnte".

Jetzt will sie aber die Amateur-Rennszene aufmischen, im nächsten Jahr auf jeden Fall weitermachen und "den ersten Platz in Angriff nehmen", sagt sie lachend.