Todesinszenierung

Rätsel um Leiche aus der Elbe ist gelöst

Moorfleet (cn). Als ein Angler Ende Juni am Moorfleeter Hauptdeich einen Sack mit einer Leiche aus der Elbe fischt, sieht alles nach einem grausamen Mord aus: Das Opfer hat eine Schusswunde, der Körper ist in Planen verschnürt.

Jetzt, nach fast vier Monaten intensiver Ermittlungen, ist sich die Mordkommission jedoch sicher: Der 43-Jährige hat sich selbst getötet - und seinen Suizid geschickt als Verbrechen inszeniert.

Die Aufklärung stellte die Spezialisten der Kripo vor zahlreiche Rätsel. 2008 zog das spätere Opfer aus Berlin nach Harburg-Wilstorf, lebte als Einzelgänger, ging keiner Arbeit nach. Als die Polizei seine Wohnung aufbricht, ist diese leer, frisch renoviert und gründlich geputzt. Genau wie im Jahr 2004, als er in Berlin im Auto ungebremst auf eine Mauer prallte, aber überlebte.

Nun, acht Jahre später, soll er sich einen Rucksack mit Steinen auf den Rücken geschnallt, sich in Planen eingewickelt und dann rückwärts ins Wasser fallen gelassen haben. Im Sturz schoss er sich eine Kugel in den Kopf. "Das ist die einzige schlüssige Theorie", so der Chefermittler. Nur das Motiv bleibt ungeklärt.