Garten

Pflanzzeit an frostfreien Tagen

Bergedorf (mad). Der November überrascht immer wieder mit heiteren, wärmeren Tagen und bietet so beste Gelegenheit, noch Blumen und dekorative Büsche in die Erde zu bringen.

Bis Mitte des Monats bieten die Gartenbaubetriebe in den Vier- und Marschlanden farbenprächtige Herbstpflanzen an.

"Aktuell sehr gefragt ist mehrfarbige Winterheide (Calluna) - in der Farbgebung rot-weiß-rosa - in Kombination mit der silbrigen Stacheldrahtpflanze (Calocephalus)", sagt Tanja Witzke von der Gärtnerei Martens am Vorderdeich. Dazu empfiehlt die Gärtnerin Scheinbeere (Gaultheria) und Veronica (Hebe), ein Gehölz in Miniformat, das es in vielen Variationen gibt.

Herbstpflanzen seien anspruchsloser als Sommerpflanzen, ihnen genüge die normale Gartenerde ohne Düngung, so Witzke. Bis in den Januar können solche Arrangements für einen schönen Farbtupfer im Garten sorgen. "Wichtig ist, das Gießen nicht zu vergessen", sagt Tanja Witzke. Beet- und besonders Kübelpflanzen brauchen auch im Winter an frostfreien, trockenen Tagen regelmäßig Wasser.

Bei Karin Busch vom Nina Johannsen Pflanzenhandel am Warwischer Hinterdeich haben Stiefmütterchen und Hornveilchen Saison. "Die werden jetzt ganz viel in Hobby- und Stadtgärten gepflanzt", sagt Busch. Aber auch Kübelpflanzen stehen im Herbst hoch im Kurs, dreifarbige Chrysanthemen-Büsche sind seit September der Renner.

Auch wenn sie oft als winterhart gelten, sollten viele Kübelpflanzen vor Frostbeginn gut eingepackt werden. Um den empfindlichen Wurzelbereich zu schützen, eignen sich rustikale Materialien aus Jute, Kokos oder Schilf zum Umwickeln oder als Untersetzer.

Mit einem Belag aus Grasschnitt, Laub oder anderem Mulchmaterialien kommen Beetpflanzen gut über den Winter. Das schützt vor Kälte und vor dem Austrocknen. "Im vergangenen Winter mit Temperaturen um minus 20 Grad sind ungeschützt auch winterharte Pflanzen erfroren", sagt Busch.

Bunte Laubberge finden nicht nur als Mulch und Dünger gute Verwendung. Jeder Gartenbesitzer kann an geschützten Plätzen aus Zweigen und Blättern einen gemütlichen Unterschlupf für Wintertiere wie Igel bauen. Hummeln und Marienkäfer freuen sich über Hotels aus Ziegelsteinen, Holz und Stroh, Salamander lieben Totholzhaufen und Siebenschläfer verkriechen sich gern in alte Baumhöhlen oder Nistkästen.

Für Laub- und Nadelgehölze, Stauden, Rosensträucher und Obstbäume ist die Zeit bis in den November ideal zum Neupflanzen. Weil die Wurzelbildung und Bodenanpassung im Herbst und Winter stattfinden, können besonders wurzelnackte Gehölze gut anwachsen. Voraussetzung ist der frostfreie Boden.

So lange der Boden noch offen ist, können auch Blumenzwiebeln von Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen und Tulpen in die Erde gebracht werden. Sie machen schon mal Hoffnung auf den nächsten Frühling. Bevor das soweit ist, kommt ab November die Blüte des Winters in die Geschäfte. Christrosen in Weiß, Rosa oder Dunkelrot haben Haupt-Saison. Im Dezember locken die Gartenbaubetriebe dann mit Topfgartengehölze wie Zuckerhutfichten, Stechpalmen (Ilex) Eiben und Tannen.