Messerstecherei

Nichtiger Streit eskaliert in Gewalt

Moorfleet. Der Messerstecher von Moorfleet ist nach Angaben der Polizei offenbar noch sehr jung, erst etwa 16 Jahre alt.

Der junge Mann hatte am Montag gegen 17 Uhr in Höhe Kneidenweg/Tatenberger Weg auf einen 20-Jährigen afghanischer Herkunft eingestochen, sodass dieser mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Nach einer Notoperation ist das Opfer zwar außer Lebensgefahr, war gestern jedoch noch nicht vernehmungsfähig.

Auslöser der Bluttat ist nach bisherigen Erkenntnissen eine Nichtigkeit. So fuhr der 20-jährige Afghane gemeinsam mit einem 18-jährigen Russen in einem Bus der Linie 124 in Richtung Bergedorf, als an der Haltestelle Moorfleet der etwa 16-jährige Jugendliche einstieg. Es kam zwischen den beiden jungen Männern zum Streit, weil der Einsteigende für seine noch vor dem Bus stehenden sechs Begleiter die Tür offen hielt. An der Haltestelle Moorfleeter Hauptdeich stiegen die Kontrahenten und der russische Freund des späteren Opfers aus.

Laut Polizei schlug der Jugendliche dort dem 20-Jährigen mit der Faust ins Gesicht. Dem Freund des Geschlagenen gelang es zunächst, den Täter festzuhalten, sodass der Attackierte weggehen konnte. Doch der Schläger riss sich los, folgte dem 20-Jährigen und stach mehrfach auf ihn ein, bis dieser zu Boden stürzte. Der Freund zog den stark aus Wunden am Bauch und Oberkörper Blutenden aus der Reichweite des Messerstechers, der daraufhin mit dem Bus der Linie 124 in Richtung Brennerhof flüchtete. Wie es aussieht, ist er an der Haltestelle Moorfleet wieder ausgestiegen und ins Schnellrestaurant "Burger King" geflüchtet.

Die Mordkommission hat unterdessen die Ermittlungen aufgenommen. Nicht nur der russische Begleiter des Opfers ist ein wichtiger Augenzeuge. Ausgewertet wird unter anderem auch "sehr gutes" Videomaterial, so Polizeipressesprecherin Karina Sadowsky. Es stammt zum einen aus dem Bus, den die Polizei auch kurzfristig zur Untersuchung beschlagnahmte. Zudem gibt es Aufnahmen aus dem Schnellrestaurant "Burger King", in das Blutspuren von der Haltestelle Moorfleet aus führten. Bilder daraus können allerdings erst veröffentlicht werden, wenn ein richterlicher Beschluss dafür vorliegt.

Der jugendliche Täter soll afghanischer oder türkischer Herkunft sein. Er wird wie folgt beschrieben: 180 bis 185 Zentimeter groß, etwa 16 Jahre alt, sehr schlank. Er sprach fließend Deutsch und war zur Tatzeit mit einer blauen Jeans und einer dunklen Jacke bekleidet. Zeugen, die Hinweise zu dem Verdächtigen geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer (040) 428 65 67 89 bei der Polizei zu melden.