Steinmetz

Naturstein - edel und zeitlos schön

Kirchwerder. Ohne sie gäbe es so imposante Baudenkmäler wie Pyramiden und Tempel gar nicht. Schon vor Jahrtausenden bearbeiteten Steinmetze Natursteine mit Hammer, Meißel und Bims und schufen Kunstvolles wie Statuen und Säulen oder gar die prächtigsten Bauten.

Bis heute haben Marmor, Granit, Travertin oder Sandstein nichts von ihrer faszinierenden Ausstrahlung verloren - ganz im Gegenteil. Der Trend bei der Ausstattung von Wohnungen und Häusern geht zum qualitativ hochwertigen Natur- oder Kunststein, der jede Mode überdauert. Von dieser Entwicklung profitiert auch das Unternehmen der Familie Dircks, die rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannte und sich auf Steinmetz- und Natursteinarbeiten sowohl im Innen- als auch im Außenbereich spezialisierte.

Davon war Seniorchef Olaf Dircks noch weit entfernt, als sich der damals 32-jährige Steinmetz 1974 selbstständig machte. Mit seinem Ein-Mann-Betrieb konzentrierte er sich auf die Fertigung von Grabsteinen. Doch die Erdbestattungen wurden weniger und damit auch die Nachfrage nach deren repräsentativer Ausstattung. 1988 kam Sohn Ulrich in den Betrieb und lernte von der Pike auf den Beruf des Steinmetzes. Von 1994 bis 96 besuchte er die Meisterschule und verließ sie als Steinmetz- und Steinbildhauermeister. Vier Jahre später erweiterten Vater und Sohn den Betrieb um eine etwa 400 Quadratmeter große Halle, in der das Büro und die Produktion untergebracht sind.

"Wir planen gerade den Bau einer weiteren, 600 Quadratmeter großen Halle", sagt Ulrich Dircks, der das Unternehmen mittlerweile als Inhaber führt. Sie soll im nächsten Jahr errichtet werden und in erster Linie den Maschinen Platz geben. "Aber wir wollen sie auch als Lager nutzen, in dem sich die Kunden unabhängig vom Wetter die Steine anschauen können." Und davon gibt es viele - weltweit mehr als 2000 verschiedene Arten, von fast schneeweiß bis tiefschwarz. Hinzu kommen Kunststeine - auch Quarz-Komposit-Materialien genannt -, die zunehmend den Markt erobern. Sie bestehen zu 93 Prozent aus Quarzsand, der Rest ist Kunststoff. Ihr Vorteil gegenüber Natursteinen: "Sie sind säurebeständig und fast in jeder Farbe herstellbar", sagt der 40-jährige Meister. "Wir waren einer der ersten Betriebe, die damit gearbeitet haben."

In der Produktionshalle sind ausschließlich Steinmetze am Werk, darunter auch der zweite Sohn der Familie, Christian Dircks. Sie bedienen die computergesteuerten Präzisionsmaschinen, die die Steine millimetergenau schneiden und schleifen. Ohne Wasser läuft hier gar nichts, denn sowohl der Stein als auch die Diamant-Trenn- und Schleifscheiben dürfen nicht überhitzt werden. "Das Finish jedes Werkstücks wird von Hand erledigt", sagt Ulrich Dircks, "aber es wäre geradezu töricht, auf computergesteuerte Technik zu verzichten, wenn sie einen so ungeheuren Vorteil an Präzision und Schnelligkeit in sich birgt."

Der Meister selbst arbeitet gar nicht mehr in der Werkstatt. Er fährt zu den Kunden und kümmert sich um das Aufmaß. Dafür verwendet er ein digitales System, das über Punkte die Konturen abmisst und daraus eine Zeichnung erstellt. Nach ihr wird der Stein exakt zugeschnitten. So entstehen hochwertige Arbeitsplatten für Küchen, die bereits über die erforderlichen Ausschnitte für Spülen, Kochfeld und was sonst noch gewünscht wird, verfügen. Aber auch Waschtische, Steinplatten für Bartresen, Treppen, Kamine oder Fußböden gehören zum täglichen Handwerk.

Das Familienunternehmen arbeitet mit renommierten Küchen- und Bäderstudios zusammen und konnte sich so einen stattlichen Kundenstamm aufbauen. Für die zehnjährige Akquise, die diesem Erfolg vorausging, zeichnet Sabine Dircks verantwortlich. Heute managt die 45-jährige Betriebswirtin, die mit ihrem Mann Ulrich vier Kinder hat, das Büro. Neben ihr sitzt Schwiegermutter Heike, die sich um die Buchhaltung kümmert. Fehlen noch Seniorchef Olaf Dircks, der nach wie vor gern die Grabstein-Fertigung übernimmt, und sein Neffe Dennis, der als Steinmetz das Montage-Team verstärkt.

Gern würden die insgesamt 18 Mitarbeiter ihr profundes Wissen an junge Menschen weitergeben. "Wir haben in diesem Jahr den Landessieger gestellt", sagt Ulrich Dircks, dem es bislang nicht gelang, einen neuen Auszubildenden zu finden. "Dabei sind wir so ein nettes Team", sagt seine Frau Sabine und lacht. Wer Interesse hat, erreicht das Familienunternehmen unter der Telefonnummer (040) 723 00 42.